# taz.de -- wie machen sie das?: Der Höhen-schläfer
       
       Philipp Abels, 32, betreut beim Deutschen Alpenverein Expeditionskader und
       geht oft klettern und bergsteigen. Häufig dauert eine einzige Route mehrere
       Tage. 
       
       taz am wochenende: Herr Abels, Sie verbringen viele Nächte auf Fels und
       Gletscher. Wie machen Sie das? 
       
       Philipp Abels: Es kommt ganz auf die Tour an. Auf einem Gletscher grabe ich
       mir ein Loch in den Schnee, um besser geschützt zu sein vor dem Wind, der
       über die Eisflanke zieht. Auf einem schmalen Band, also einer Art Vorsprung
       in der Felswand, muss man aufpassen, dass das Material und auch man selbst
       nicht runterrutscht. Da spanne ich mir gern ein Geländer aus einem
       Kletterseil.
       
       Wie schläft es sich in großer Höhe und direkt am Steilhang? 
       
       Anders als zu Hause schon, aber nicht so wahnsinnig schlecht. Allein um an
       die Übernachtungsorte zu kommen, ist man an die Ausgesetztheit und die Höhe
       gewöhnt. Bei Touren über 3.000 Metern merke ich aber schon, dass ich mich
       erst einmal akklimatisieren muss und auch schlechter schlafe, da neige ich
       dazu, in der ersten Nacht Kopfschmerzen zu bekommen. Dagegen hilft, sehr
       viel zu trinken. Aber dadurch wird die Nacht natürlich auch unruhiger.
       
       Wie halten Sie sich warm, wenn Sie auf dem Gletscher übernachten? 
       
       Eine Isomatte ist ganz wichtig, denn die meiste Kälte kommt vom Boden. Dann
       eben ein guter Schlafsack mit Kapuze und vielleicht noch eine Mütze
       drunter. Vor dem Zubettgehen packe ich heißes Wasser in meine Trinkflasche
       und nehme die mit in den Schlafsack wie eine Wärmflasche. Dann habe ich am
       anderen Morgen auch gleich Wasser zum Trinken und muss nicht erst noch
       Schnee schmelzen.
       
       Sollte man unerwartet eine Nacht draußen verbringen, wie improvisiert man
       eine Schlafstätte? 
       
       Wenn man am Klettern ist, kann man ganz gut das Seil auslegen, damit man
       Abstand zwischen sich und den Boden bekommt. Füße und Beine kann man in den
       Rucksack stecken. Wenn man zu zweit ist, kann man sich aneinanderkuscheln.
       Das hält auf jeden Fall wärmer, als wenn beide verschämt
       nebeneinanderhocken.
       
       Was machen Sie, um abends abschalten zu können? 
       
       Ich nehme mir in der Regel Kopfhörer mit, damit kann ich auf dem Handy oder
       MP3-Spieler noch ein bisschen Musik oder Podcasts hören. Das hilft, an
       etwas anderes als die Tour oder den Berg zu denken, damit komme ich ganz
       gut zur Ruhe.
       
       Was gibt es dann morgens zum Frühstück? 
       
       Meistens nehme ich gefriergetrocknetes Müsli mit, das ist schon mit
       Milchpulver gemischt. Ich kippe heißes Wasser rein, lasse es ein bisschen
       ziehen und kann es direkt aus der Tüte löffeln. Und einen Instantkaffee
       trinke ich meistens noch dazu.
       
       Interview: Johanna Kleibl
       
       2 Jun 2018
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Johanna Kleibl
       
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