# taz.de -- Fünf-Sterne-Bewegung in Italien: Sie wollen Neuwahlen
       
       > Angeblich will niemand mit ihnen koalieren: Nur zwei Monate nach der
       > italienischen Parlamentswahl fordert die Fünf-Sterne-Bewegung Neuwahlen.
       
 (IMG) Bild: Nicht so glücklich mit der Regierungsbildung in Italien: Fünf-Sterne-Chef Luigi di Maio
       
       Rom rtr | In Italien fordert der Chef der Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi di
       Maio, knapp zwei Monate nach der Parlamentswahl vorgezogene Neuwahlen. „Wir
       sind an einem Punkt angelangt, an dem es keine andere Lösung gibt“,
       [1][erklärte di Maio am Montag über Facebook] und warf den Mitte-Links und
       Mitte-Rechts Parteien vor, Verhandlungen über eine Regierungsbildung mit
       der Fünf-Sterne-Bewegung zu verweigern. Allerdings hat Staatspräsident
       Sergio Mattarella bereits klargestellt, dass er zügige Neuwahlen ablehnt.
       
       Aus der Wahl am 4. März [2][war die Fünf-Sterne-Bewegung als stärkste
       Partei hervorgegangen]. Ein Mitte-Rechts Parteienbündnis, zu dem die
       rechtsextreme Lega zählt, [3][konnte zwar die meisten Sitze erringen],
       verfehlte aber die Regierungsmehrheit. Die Demokratische Partei (PD)
       landete abgeschlagen auf den dritten Platz.
       
       Di Maio hatte die Lega aufgefordert, eine Koalition mit seiner Bewegung
       einzugehen. Allerdings müsse die Lega dafür das Bündnis mit der Forza
       Italia unter Silvio Berlusconi verlassen. Dies lehnte Lega-Chef Matteo
       Salvini ab. Auch von der PD handelte sich di Maio einen Korb ein. Sieben
       von zehn Italienern hätten für Salvini oder di Maio gestimmt, sagte PD-Chef
       Matteo Renzi dem Sender RAI. „Es liegt nun an ihnen, eine Regierung zu
       bilden.“
       
       Den Vorschlag, eine von einer breiten Parlamentsmehrheit getragenen
       Regierung von nicht parteigebundenen Experten zu bilden, lehnte bislang
       sowohl die Fünf Sterne als auch die Lega ab. Staatspräsident Mattarella
       hält den von di Maio vorgeschlagenen Neuwahlen im Juni auch organisatorisch
       für nicht machbar. In Italien herrscht die Einschätzung vor, dass als
       frühester Wahltermin ein Tag im kommenden Herbst in Frage kommt.
       
       Seit der März-Wahl ändert sich möglicherweise die politische Stimmung. In
       der nordöstlichen Region Friuli Venezia Giulia errang das
       Mitte-Rechts-Bündnis bei einer lokalen Abstimmung einen klaren Sieg,
       während die Fünf-Sterne-Bewegung an Zustimmung verlor.
       
       30 Apr 2018
       
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