# taz.de -- Erste saudi-arabische Fashion Week: Modisches Empowerment in Riad
       
       > Am Dienstag wurden die ersten internationalen Modeschauen in
       > Saudi-Arabien eröffnet. Männer und Kameras sind verboten.
       
 (IMG) Bild: „Abaya only“-Kollektion von Vivi Zubedi auf der New Yorker Fashion Week 2018
       
       Im luxuriösen Ritz-Carlton-Hotel in Riad findet sie statt: die erste
       Fashion Week Saudi-Arabiens. Für die viertägige Veranstaltung sind
       saudi-arabische Designer und europäische Giganten wie Jean Paul Gaultier
       und Roberto Cavalli angereist. Als Zuschauer dürfen Männer an den Shows
       nicht teilnehmen. Und obwohl die Modebranche davon lebt, dass neu
       vorgestellte Kollektionen gefilmt, fotografiert und medial verbreitet
       werden, sind Kameras strikt verboten.
       
       Es handelt sich bei der Modeveranstaltung auch um ein politisches Signal:
       Momentan haben Frauen noch wenig Spielraum, sich öffentlich modisch
       auszudrücken. Die Abaya, ein schwarzer bodenlanger Umhang, überdeckt ihre
       Kleidung. In jüngster Zeit durchlebt das konservativ-muslimische Königreich
       allerdings leichte Erneuerungen bei der Gleichberechtigung von Frauen und
       Männern. Ab Juni sollen Frauen selbst Auto fahren dürfen, auch sollen sie
       künftig ohne Erlaubnis eines Mannes Unternehmen gründen dürfen. Im Januar
       konnten sie zum ersten Mal für Fußballspiele ins Stadion gehen.
       
       Im März deutete der Kronprinz Mohammed bin Salman in einem [1][Interview]
       mit dem CBS-Format „60 Minutes“ nun auch eine Auflockerung der strengen
       Bekleidungsvorschriften an: „Laut Gesetz müssen Frauen wie Männer
       anständige, respektable Kleidung tragen. Das meint aber nicht ausdrücklich
       eine schwarze Abaya oder Kopfbedeckung. Frauen entscheiden selber, welche
       Art von anständiger und respektabler Kleidung sie wählen.“ Die Reformen
       sind Teil eines wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
       Modernisierungsprogramms. Ziel des Kronprinzen ist es, den Anteil der
       Frauen am Arbeitsmarkt von derzeit 22 auf mehr als 30 Prozent im Jahr 2030
       zu erhöhen.
       
       Zu welchen kreativen Alternativen zur Standard-Abaya die arabische Fashion
       Week anregt, wird vielleicht schon bald auch auf der Straße zu sehen sein.
       Allerdings habe die Verschleierung das modische Interesse der arabischen
       Frauen auch bisher nicht gehemmt, sagte Prinzessin Nura bint Faisal al-Saud
       der Nachrichtenagentur AFP: „Mode stieß immer schon auf Interesse in
       Saudi-Arabien. Wir versuchen, die Modeindustrie hier auf ein ganz neues
       Niveau zu heben“.
       
       11 Apr 2018
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.cbsnews.com/news/saudi-crown-prince-talks-to-60-minutes/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Katharina Korn
       
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