# taz.de -- Daniel Stoecker über den Plan einer Hundewiese auf dem Dach des Spreewaldbads: Kläffer oben, Krauler unten
       
 (IMG) Bild: Bald Dachgartennutzer?
       
       Wenn das Frühlingswetter die Menschen alljährlich in die Berliner Parks
       lockt, sind Diskussionen vorprogrammiert: zu laute Musik für die
       Ruhesuchenden, zu starker Rauch von Grillkohle für die Frischluftfreunde –
       und natürlich Hunde. Sie rennen über Picknickdecken, beißen in Fußbälle
       oder erschrecken Kinder. Zumindest sind das die Befürchtungen einiger.
       Andere haben schlichtweg Angst vor ihnen.
       
       Grund genug, dass es in einigen Parks bereits abgetrennte Bereiche für die
       Vierbeiner gibt. Nun soll es einen solchen umzäunten Auslauf auch im
       Görlitzer Park in Kreuzberg geben. Das ist das Resultat einer
       Zusammenarbeit von Nutzer*innen, Nachbarschaft, dem Gründungsrat und dem
       Parkmanager. Zudem: Die nächsten Hundeausläufe befinden sich mehrere
       Kilometer entfernt in der Neuköllner Hasenheide oder im Volkspark
       Friedrichshain.
       
       Als Fläche für die tierliebe Spielwiese soll das Dach des Wellenbads am
       Spreewaldplatz dienen. Dieses geht direkt in eine Anhöhe der Parkfläche
       über. Ein genauer Plan wird derzeit erarbeitet. Schon deshalb ist am
       Dienstag noch nichts von einem Bauprojekt zu sehen. Der Bereich ist hinter
       Büschen verborgen, Spaziergänger*innen sind dort keine unterwegs.
       
       Der restliche Park hingegen ist bereits zur Mittagszeit gut besucht, auch
       Hunde laufen über die Wiese. Die im Park geltende Leinenpflicht ab 10 Uhr
       scheint niemanden zu interessieren. Übel nehmen kann man es den
       Halter*innen nicht. Schließlich ist den Hunden die Freude anzusehen. Und
       wie soll man Menschen von der Leinenpflicht überzeugen in einem Park, in
       dem man an jeder Ecke Gras angeboten bekommt?
       
       Eine eigene Spaßzone für Mops und Co. scheint daher ein guter Kompromiss
       für den Ort. Auf 800 Quadratmetern, ausgestattet mit Baumstämmen und
       Steinen, dürfen die Kläffer dann von der Leine gelassen werden, ohne dass
       sie andere stören.
       
       Für 2019 und 2020 sind außerdem Sanierungsarbeiten im Spreewaldbad geplant.
       Vielleicht auch am Dach. Das wäre beruhigend für all jene, die Angst haben,
       es könnte bald von der Hundewiese direkt ins Schwimmerbecken tropfen.
       
       11 Apr 2018
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Daniel Stoecker
       
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