# taz.de -- St.-Pauli-Präsident über Investitionen: „Bitte keine Rattenrennen“
       
       > Der FC St. Pauli hat bei der DFL den Antrag gestellt, die 50+1-Regel
       > beizubehalten. Das kam durch, aber von einem Erfolg will niemand
       > sprechen.
       
 (IMG) Bild: Forderung erstmal erfüllt, 50+1 bleibt. Aber lässt sich die Kommerzialisierung wirklich aufhalten?
       
       taz: Die Deutsche Fußball-Liga hat die 50+1-Regel festgeschrieben. Ein
       Grund zum Jubeln? 
       
       Oke Göttlich: Nein, es ist der Start einer ernsthaften Debatte darüber,
       welche finanziellen Unwuchten durch unklare Verbandsregularien entstanden
       sind, die den sportlichen Wettbewerb der Bundesliga beeinflussen und
       verzerren.
       
       Hat der DFL-Beschluss juristisch überhaupt Bestand? 
       
       Die Rechtsprechung ist keineswegs so eindeutig, wie es immer als Bedrohung
       formuliert wird. Als Nichtjurist stellt sich für mich die einfache Frage,
       wie es im kapitalistischsten Sportmarkt der Welt, den USA, unter Kartell-
       und wettbewerbsrechtlichen Gesichtspunkten sehr wohl möglich ist, den
       Wettbewerb durch Systeme wie den Salary Cap und das Draft-System zu
       regulieren?
       
       Dies sind spannende Fragestellungen, denen sich bisher noch nicht
       strategisch gewidmet wurde. Und auch noch mal an alle, die jetzt eine
       Bedrohung durch eine mögliche Klage sehen: Mit Herrn Kind setzt seit neun
       Jahren ein Vertreter eines Gesellschafters der DFL die Liga mit einer
       Klageandrohung unter Druck. Das hat sich also seit gestern nicht geändert.
       
       Kann eine Profiliga, die so Investoren abweist, international mithalten? 
       
       Wir tun immer so, also ob wir bei Beibehaltung von 50+1 Investoren
       ausschließen würden. Das ist doch Humbug. Zahlreiche Klubs haben doch
       bereits angefangen, bis zu einer Grenze Partner aufzunehmen. Einige mit
       Erfolg, viele andere in Europa mit kritischen Folgen.
       
       Bei Barcelona und Real Madrid sehe ich als mitgliedergeführte Vereine auch
       keine komplette Erfolgslosigkeit. Und ganz generell sei gesagt, wir sollten
       uns mehr um einen spannenden Wettbewerb bemühen, als um das Rattenrennen
       um den potentesten Investor.
       
       25 Mar 2018
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Martin Krauss
       
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