# taz.de -- Niedergang von Spielwarenhändler: Toys'R'Us schließt US-Filialen
       
       > Vor einem halben Jahr meldete die Einzelhandelskette Insolvenz an. Jetzt
       > werden die Konsequenzen auf dem Heimatmarkt des Unternehmens sichtbar.
       
 (IMG) Bild: Schließen: die Läden des Spielwarenhändlers in den USA
       
       New York rtr | Der einst weltgrößte Spielzeughändler Toys'R'Us macht
       sämtliche Filialen auf dem Heimatmarkt USA dicht. „Das ist ein zutiefst
       trauriger Tag für uns und die Millionen von Kindern und Familien, denen wir
       in den letzten 70 Jahren gedient haben“, sagte der Chef des insolventen
       Unternehmens, Dave Brandon. „Aber wir haben nicht länger die finanzielle
       Unterstützung, um unser US-Geschäft fortzuführen.“ Eine Einigung mit den
       Gläubigern zur Umschuldung sei gescheitert.
       
       Die Einzelhandelskette mit ihren 735 US-Filialen, die etwa 30.000
       Mitarbeiter beschäftigen, hatte vor sechs Monaten Insolvenz angemeldet. Die
       Schulden summieren sich auf einen Milliardenbetrag. Vor allem die
       Konkurrenz von Onlinehändlern wie Amazon hat dem Unternehmen zugesetzt.
       
       Die Schließung ist auch ein Schlag für Hunderte von Spielzeug-Herstellern –
       darunter Barbie-Hersteller Mattel und Hasbro, die etwa zehn Prozent ihres
       Umsatzes über die Kette erlösten. Derzeit laufen Gespräche mit
       Interessenten, bis zu 200 der am besten laufenden US-Geschäfte mit den
       kanadischen Filialen zusammenzuführen.
       
       Alarmiert sind auch die Beschäftigten der deutschen Tochtergesellschaft.
       „Die Nachrichten aus den USA verstärken unsere Sorge, dass die Krise der
       Muttergesellschaft auch Folgen für die deutschen Standorte hat“, sagte die
       Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von Toys'R'Us Deutschland, Daniela
       Rogge, der „WirtschaftsWoche“. Die Mitarbeiter möchten wissen, wie es
       weitergehe. „Doch bislang gibt es dazu keine konkreten Informationen“,
       sagte Rogge. Toys'R'Us zählt eigenen Angaben nach 66 Märkte in Deutschland.
       Dort sollen etwa 1800 Mitarbeiter beschäftigt sein.
       
       Die Bemühungen um eine Rettung von Toys'R'Us in den Vereinigten Staaten
       wurden in diesem Monat abgebrochen, nachdem die Kreditgeber einen klaren
       Plan für einen Umbau vermisst hatten, wie mit der Angelegenheit vertraute
       Personen zu Reuters sagten. Demnach gehen die Gläubiger davon aus, durch
       Schließung und Verkauf vorhandener Waren mehr Geld zu erlösen als durch
       eine Fortführung der Geschäfte.
       
       15 Mar 2018
       
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