# taz.de -- taz sachen: Wo war Günter Wallraff?
       
       Im Jahr 2018 kommt man als Journalist um ein paar Termine nicht herum. 200
       Jahre Marx. 100 Jahre Deutsche Revolution. 40 Jahre Tunix. Tu-bitte-was?
       Die Älteren in der Redaktion, die die mythische Urzeit der taz miterlebt
       hatten, bekamen leuchtende Augen, wenn sie von Tunix sprachen: Tausende
       Spontis feierten Ende Januar 1978 ein dreitägiges Gedankenfestival an der
       TU Berlin. Woodstock in Räumen. Ein Erweckungserlebnis. Ohne Tunix, so
       heißt es, gäbe es die Grünen nicht. Den CSD nicht. Die taz nicht.
       
       Den Jüngeren dagegen sagte Tunix recht wenig. Wir machten das zum Konzept:
       Drei halbwegs junge RedakteurInnen (die älteste 15 Tage vor Tunix geboren)
       sollten herausfinden, was eigentlich genau zwischen dem 27. und 29. Januar
       1978 in der TU passierte. Wir begannen im Haus zu recherchieren. Frag mal
       den Thomas, sagte man uns, der war bei Tunix. Thomas sagte: Ne, war ich
       nicht. Glaube ich. Wir schalteten einen Aufruf an die taz-GenossInnen.
       Einer schrieb uns: An den Rudi (Dutschke) kann ich mich noch gut erinnern!
       Woran noch? Nur an den Rudi. Ein Interviewpartner sagte, er sei nur wegen
       Günter Wallraff da gewesen. Aber er war auf keinem Bild zu sehen. Anruf bei
       Wallraff: „Waren Sie bei Tunix?“ – „Nein, war ich nicht.“ Pause. „Wobei:
       Ich saß auf so vielen Podien. Ganz ausschließen kann ich es nicht.“ Während
       der Recherche ergriff der Geist von 1978 von uns Besitz. 
       
       Wir arbeiteten immer im Team, diskutierten alles endlos. Zwischendurch
       riefen wir „Ho, ho, hoch die internationale Kinderschokolade.“ Das Ergebnis
       können Sie morgen in der taz am wochenende lesen. Philipp Daum
       
       26 Jan 2018
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Philipp Daum
       
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