# taz.de -- Sicherheitslücken bei Intel und Co: Gefährliche Kernschmelze
       
       > Sicherheitslücken bei Prozessoren: Hacker könnten sich Passwörter und
       > andere Daten von Milliarden Rechnern verschafft haben.
       
 (IMG) Bild: Prozessoren sind nicht vor möglichen Hacker-Angriffen geschützt
       
       Die Sicherheit von Milliarden PCs und Smartphones weltweit ist offenbar
       gefährdet. Das fanden Experten heraus, die auf eine Schwachstelle bei
       Prozessoren der Hersteller Intel, AMD und ARM gestoßen sind. Hacker könnten
       die Lücke nutzen, um an Passwörter und andere persönliche Daten, die auf
       Computern oder Smartphones gespeichert sind, zu gelangen.
       
       Die betroffenen Hersteller wurden nach Angaben des Expertenteams des
       „google project zero“ bereits im Juni 2017 informiert. Das Projekt des
       Internetkonzerns soll Softwarelücken aufspüren. Nachdem Medienberichte
       über eine Sicherheitslücke bei Intel kursierten, bestätigte der
       Branchenriese am Mittwoch die Gerüchte.
       
       Um die Rechenleistung von Prozessoren zu optimieren, wird seit Jahren eine
       Technik mit dem Namen „speculative execution“ eingesetzt. Dabei werden
       Rechenoperationen im Voraus simuliert, um sie später abzurufen. Hacker
       könnten diesen Vorgang nutzen, um auf gespeicherte Daten zuzugreifen.
       
       Dabei beschreiben die Forscher zwei mögliche Attacken auf der Basis der
       Schwachstelle. Bei der ersten, der sie den Namen „Meltdown“ (Kernschmelze)
       gaben, können Hacker Daten auslesen, wie etwa in Browsern gespeicherte
       Passwörter. Sie lässt sich offenbar mit Software-Updates beseitigen. Bei
       der zweiten Attacke mit dem Namen „Spectre“ (Geist) können Programme so
       manipuliert werden, dass sie sich gegenseitig ausspionieren und wichtige
       Daten preisgeben. Diese Sicherheitslücke sei schwieriger auszunutzen, aber
       auch nicht so leicht zu beseitigen, heißt es von Experten.
       
       ## Software-Update nächste Woche
       
       Von „Meltdown“ sind nach Angaben der Forscher ausschließlich Computer oder
       Smartphones betroffen, die mit Intel-Prozessoren ausgestattet sind.
       „Spectre“ könne hingegen auch bei Geräten mit Prozessoren der Hersteller
       AMD und ARM angewendet werden.
       
       Ein Hacker-Angriff auf die entdeckten Schwachstellen hinterlässt nach
       Angaben der Forscher keine Spuren. Deshalb lasse sich nicht feststellen, ob
       die Sicherheitslücke bereits zum Datenklau genutzt wurde, heißt es aus dem
       google project zero. Der US-amerikanische Hersteller AMD wies in einer
       Stellungnahme darauf hin, dass die Forscher über nichtöffentliche
       Informationen über die Technologie der Prozessoren verfügten. Es sei nicht
       davon auszugehen, dass Hacker bereits auf die Schwachstelle gestoßen seien.
       
       Intel arbeitet nach eigenen Angaben bereits seit Monaten mit anderen Firmen
       an einem Software-Update, um Sicherheitslücken zu schließen. Diese sollen
       Ende nächster Woche bereitstehen – ursprünglich sollte die Öffentlichkeit
       erst mit dem Erscheinen der Updates von der Sicherheitslücke erfahren.
       
       Der Digitalverband Bitkom erwartet keine nennenswerten wirtschaftlichen
       Schäden durch die Sicherheitslücken für deutsche Unternehmen. Die Anbieter
       von Betriebssoftware für Geschäftskunden hätten vorgesorgt und in den
       vergangenen Monaten bereits Software-Lösungen erarbeitet.
       
       4 Jan 2018
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Moritz Elliesen
       
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