# taz.de -- Mitbegründer der Band AC/DC: Malcolm Young ist tot
       
       > Einst war der Gitarist und Songwriter der legendären Rockband Ideengeber
       > von Hits wie „Highway To Hell“. Nun ist Malcolm Young mit 64 Jahren
       > gestorben.
       
 (IMG) Bild: Es war einmal eine legendäre Band: Malcolm Young, Brian Johnson, Angus Young, Phil Rudd und Cliff Williams von AC/DC (Archivbild 2003, v.l.n.r.)
       
       LONDON dpa | Normalerweise gilt der Rhythmusgitarrist als der Typ am
       dunklen Ende der Bühne, der niemals was sagt, in Interviews langweilt und
       nur dazu da ist, dem Leadgitarristen die Vorlage fürs nächste fetzige Solo
       zu liefern. Doch dieses Bild würde Malcolm Young und seiner Rolle als
       Gründer und musikalischem Anker der Hardrockband AC/DC niemals gerecht
       werden.
       
       Bevor er die Band 2014 nach 41 Jahren wegen einer Demenzerkrankung
       verlassen musste, gab er AC/DCs unerbittlichen Herzschlag und ihre eiserne
       Wucht vor. Er gilt als einer der besten Rhythmusgitarristen der Welt und
       hat Dutzende von berühmten Hardrockern wie James Hetfield von Metallica und
       Izzy Stradlin (Guns N' Roses) beeinflusst. Er starb nach Angaben der Band
       im Alter von 64 Jahren in Australien. Der Musiker und Songwriter
       hinterlässt seine Ehefrau Linda und zwei Kinder.
       
       Mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Angus gründete er 1973 die legendäre
       Hardrockband AC/DC in Sydney, Australien. Eigentlich war Malcolm am 6.
       Januar 1953 im schottischen Glasgow geboren worden, doch die Familie
       wanderte aus, als er zehn war. Der junge Malcolm bekam seine legendäre 1963
       Gretsch Jet Firebird Gitarre geschenkt, und der Rest ist Geschichte. AC/DC
       („Highway to Hell“) verkauften mehr als 200 Millionen Platten weltweit und
       die Kritiker streiten sich nur noch, auf welchem der vorderen Plätze sie
       auf den diversen Listen stehen: Von Greatest Hard Rock Artists über
       Greatest Heavy Metal Bands bis hin zu Greatest Artists of All Time.
       
       Gesundheitlich ging es Malcolm Young schon seit langem nicht gut; erst
       wurde er erfolgreich wegen Lungenkrebs behandelt, dann war es das Herz.
       Sänger Brian Johnson beschrieb, wie Malcolm seine Hand nahm und sich immer
       wieder auf die Brust schlug, um ihm sein neues Spielzeug zu demonstrieren:
       „‚Herzschrittmacher. Saugut, Kumpel.‘ – Wir haben uns vor Angst fast in die
       Hose gemacht“, erzählt er.
       
       Im April 2014 gab die Band bekannt, dass Malcolm nur eine Pause aufgrund
       seines Gesundheitszustandes machen und AC/DC das Album „Rock or Bust“ ohne
       ihn aufnehmen würde. Gerüchte gab es schon länger, doch erst einige Monate
       später vertraute Angus Young dem Musikmagazin Rolling Stone an, dass sein
       zwei Jahre älterer Bruder schon vor dem 2008er AC/DC-Album „Black Ice“ an
       Gedächtnislücken und Konzentrationsschwäche gelitten hatte.
       
       „Ich fragte ihn – ‚Hältst Du das durch, was wir hier machen?‘ Und er sagte
       ‚Scheiße, ja.‘“ Angus beschrieb, wie Malcolm gerne beendete, was er
       angefangen hatte. Obwohl der legendäre Gitarrist viele Dinge wieder neu
       lernen musste – einschließlich Riffs, die er selbst für AC/DCs
       erfolgreichste Songs erfunden hatte. „Was für ihn sehr seltsam war. Aber er
       war immer ein zuversichtlicher Kerl, und wir haben es geschafft.“
       
       Im Herbst 2014 wurde klar, dass Malcolm nicht zurückkehren würde – da wurde
       er schon in einem australischen Pflegeheim behandelt. Bei der Aufnahme von
       „Rock or Bus“ und auf der folgenden Welttournee wurde er von seinem Neffen
       Stevie Young ersetzt, der 1988 für ihn eingesprungen war, als er eine
       alkoholbedingte Pause einlegte. Die Demenz-Diagnose traf die Band schwer,
       sagte Sänger Brian Johnson der britischen Zeitung Telegraph, doch es war
       klar, dass AC/DC weiter auf der Bühne stehen würde: „Bevor ihn die Demenz
       wirklich mitgenommen hatte, meinte er zu uns: ‚Geht einfach raus und macht
       Musik, Jungs, noch einmal, nur für mich‘.“
       
       18 Nov 2017
       
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