# taz.de -- Kommentar Touristen-Taxe: Sauber bleiben!
       
       > Das Böse kommt immer von draußen – in Hamburg nehmen sie nun die
       > Touristen ins Visier.
       
 (IMG) Bild: Das Böse kommt immer von draußen: Touristen vor dem Hamburger „Michel“
       
       Es sind immer die Auswärtigen. Die aus Berlin georderten PolizistInnen, die
       auf die DemonstrantInnen einschlagen, wo die einheimischen KollegInnen nur
       reden wollen. Und die Krawall-Touristen aus Osteuropa, die die ehrliche
       Hamburger Autonomen-Szene in Verruf bringen.
       
       Nun also der Tourist, der mit Müll um sich wirft, wo die Hamburger auch im
       Schlaf die Position aller Recyclinghöfe der Stadt aufsagen können. Der
       auswärtige Tourist hat sinkende Umfragewerte, wie auch der einheimische
       Politiker. Zu viele TouristInnen in den Bussen, zu viele in der Innenstadt,
       heißt es. Man könnte sich kurz fragen, was sie dort außer dem
       Kleiderkettengetto Mönckebergstraße finden, aber sei’s drum.
       
       Der Hamburger Tourismus-Chef hatte einen so schlichten wie einleuchtenden
       Vorschlag: die Touristenströme zu entzerren, indem die Stadt
       Veranstaltungen auch in die Nicht-Szene-Bezirke verlegt. Man müsse die
       Leute auch für andere Orte begeistern.
       
       Das hieße aber zuerst die Stadt selbst zu begeistern. Die guckt aber lieber
       auf den Füllstand ihrer Mülleimer. Warum sich bewegen, solange die
       Alsterfontäne als Fotomotiv taugt und die Musicals ihre Endlosschleifen
       drehen.
       
       Stattdessen setzt man auf Abschreckung. Schröpft den Touristen-Auswärtigen
       mit höheren Abgaben, setzt auf die bemerkenswerte Baufälligkeit der
       Elbphilharmonie und den ebenso bemerkenswert engen Geist der Stadt. Die
       sich so gern mit den Weltstädten vergleicht. Fernziel: Europas sauberster
       Bürgersteig.
       
       28 Oct 2017
       
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