# taz.de -- Weitere 900 Beamte entlassen: Erdoğan baut seine Macht weiter aus
       
       > Der türkische Präsident bastelt weiter an der Alleinherrschaft: Der
       > Geheimdienst wird künftig ihm unterstellt, viele Beamte müssen gehen.
       
 (IMG) Bild: Wenn Erdoğan so weitermacht, herrscht er tatsächlich bald allein – aber über wen dann?
       
       Ankara/ Istanbul afp/rtr | Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat
       [1][seine Macht] über den Geheimdienst MIT ausgebaut. Laut dem Amtsblatt
       vom Freitag wird Erdogan dem Geheimdienst-Koordinierungsgremium vorstehen.
       Künftig ist zudem seine Genehmigung notwendig, wenn gegen den MIT-Chef
       ermittelt werden soll oder wenn dieser als Zeuge aussagen soll. Außerdem
       erhält der Geheimdienst erstmals das Recht, gegen Mitarbeiter des
       Verteidigungsministeriums und der Streitkräfte zu ermitteln.
       
       Mehr als 900 Staatsangestellte sind außerdem unter dem Verdacht der
       Verbindung zu „Terrororganisationen“ entlassen worden. Unter den 928
       Betroffenen, die mit einem neuen Notstandsdekret am Freitag ihrer Posten
       enthoben wurden, sind Beamte der Verteidigungs-, Außen- und
       Innenministerien sowie der Streitkräfte. Zudem wurde zehn pensionierten
       Brigadegenerälen ihr Rang aberkannt.
       
       Die Entlassungen richten sich nach offizieller Darstellung gegen Personen,
       die verdächtigt werden, Kontakte zum Netzwerk des Geistlichen Fethullah
       Gülen zu haben. Erdoğan [2][macht Gülen für den Putschversuch im
       vergangenen Jahr verantwortlich], was dieser zurückweist. Bislang wurden
       mehr als 150.000 Menschen entlassen oder vom Dienst suspendiert. Etwa
       50.000 kamen ins Gefängnis. Darunter sind auch Soldaten, Polizisten und
       Beamte.
       
       Mit den jüngsten Dekreten erhielt der Generalstaatsanwalt zudem das Recht,
       gegen Abgeordnete zu ermitteln. Außerdem wurden die prokurdische
       Nachrichtenagentur Dihaber und zwei Zeitungen geschlossen. Alle drei haben
       ihren Sitz in Diyarbakir im Südosten des Landes. Damit wurden seit dem
       Putschversuch rund 130 Presseeinrichtungen geschlossen. Rund 150
       Journalisten wurden inhaftiert, darunter der Welt-Korrespondent Deniz
       Yücel.
       
       25 Aug 2017
       
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