# taz.de -- Leichte Sprache: Flüchtlinge im Wahl-Kampf
       
       > SPD-Politiker Martin Schulz macht die Flüchtlings-Politik zum
       > Wahl-Kampf-Thema. Ist das eine gute Entscheidung?
       
 (IMG) Bild: Martin Schulz besucht eine Unterkunft für Flüchtlinge in Italien
       
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       mit einer persönlichen Meinung.
       
       [3][Martin Schulz] macht die Flüchtlings-Politik
       
       zu einem wichtigen Thema im [4][Wahl-Kampf].
       
       Martin Schulz ist der [5][Spitzen-Kandidat] von der [6][Partei] [7][SPD].
       
       Er fordert vor der [8][Bundestags-Wahl]:
       
       Flüchtlinge sollen gerechter verteilt werden
       
       auf alle Länder in Europa.
       
       Die Flüchtlings-Politik ist ein wichtiges Thema.
       
       Es ist aber auch ein schwieriges Thema.
       
       Die meisten Parteien sprechen im Wahl-Kampf
       
       kaum über Flüchtlings-Politik.
       
       Ist es eine gute Entscheidung von Martin Schulz,
       
       die Flüchtlings-Politik zum Wahl-Kampf-Thema zu machen?
       
       Es folgen 2 Meinungen zu dieser Frage.
       
       1. Meinung: Ja, es ist eine gute Entscheidung 
       
       Ein Reporter hat Martin Schulz gefragt,
       
       ob er die Flüchtlings-Politik zum Wahl-Kampf-Thema macht.
       
       Martin Schulz hat darauf geantwortet:
       
       Die Flüchtlings-Politik muss man nicht zum Thema machen.
       
       Denn Flüchtlings-Politik ist schon lange ein Thema.
       
       Da hat Martin Schulz Recht.
       
       Aktuell kommen sehr viele Flüchtlinge
       
       über das Mittelmeer nach Italien.
       
       Italien ist mit den vielen Flüchtlingen überfordert.
       
       Und viele Flüchtlinge ertrinken bei der Fahrt über das Mittelmeer.
       
       2017 sind schon über 2 Tausend Flüchtlinge
       
       ertrunken oder vermisst.
       
       Darunter sind auch Kinder.
       
       Martin Schulz hat also Recht 
       
       Die Flüchtlings-Politik ist ein wichtiges Thema,
       
       über das alle in Deutschland reden müssen.
       
       [9][Angela Merkel] weicht dem Thema oft aus.
       
       Angela Merkel ist die [10][Bundes-Kanzlerin]
       
       und die Spitzen-Kandidatin von der Partei [11][CDU].
       
       Martin Schulz traut sich jetzt etwas,
       
       wenn er die Flüchtlings-Politik zum Wahl-Kampf-Thema macht.
       
       Er sollte sich noch mehr trauen.
       
       Martin Schulz sollte auch diese Fragen stellen:
       
       • Wie genau kann man Italien helfen?
       
       • Wie genau sieht eine bessere Flüchtlings-Politik aus?
       
       • Wie genau sieht eine bessere Einwanderungs-Politik aus?
       
       Auf der ganzen Welt fliehen Millionen von Menschen.
       
       Diese Menschen fliehen zum Beispiel vor
       
       Krieg, Hunger und Krankheiten.
       
       Das Thema Flüchtlinge wird immer wichtiger,
       
       auch wenn man in Deutschland wenig davon mitbekommt.
       
       Keine Angst vor rechten Parteien 
       
       Manche Menschen glauben:
       
       Wenn Martin Schulz über das Thema Flüchtlinge redet,
       
       sorgt das für Unsicherheit in der Bevölkerung.
       
       Das gilt vor allem für die Menschen,
       
       die keine Flüchtlinge in Deutschland und Europa haben wollen.
       
       [12][Rechte] Parteien gehen auf diese Unsicherheit ein
       
       und schimpfen dann wieder über Flüchtlinge.
       
       Wenn Martin Schulz also über Flüchtlinge redet,
       
       dann können rechte Parteien das für sich nutzen.
       
       Man muss trotzdem über Flüchtlings-Politik reden.
       
       Man soll dabei keine Angst vor rechten Parteien haben.
       
       Schweigen ist feige.
       
       Und das Thema Flüchtlinge ist zu wichtig.
       
       2. Meinung: Nein, es ist keine gute Entscheidung 
       
       Martin Schulz sagt oft deutlich seine Meinung.
       
       Aber jetzt macht Martin Schulz Aussagen,
       
       die populistisch sind.
       
       Das bedeutet:
       
       Martin Schulz redet so über die Flüchtlings-Politik,
       
       dass ihm möglichst viele Wähler Recht geben.
       
       Dabei übertreibt er manchmal.
       
       Zum Beispiel hat Martin Schulz gesagt:
       
       2015 sind über 1 Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen.
       
       Das stimmt nicht.
       
       2015 kamen nur 890 Tausend Flüchtlinge nach Deutschland.
       
       Aber wenn Martin Schulz von 1 Million spricht,
       
       klingt das viel schlimmer für die Wähler.
       
       Das ist populistisch.
       
       Auch die [13][AfD] spricht oft populistisch über die Flüchtlings-Politik.
       
       Die AfD ist eine rechte Partei in Deutschland.
       
       Für die AfD könnte es Vorteile haben,
       
       wenn Martin Schulz populistisch redet.
       
       Martin Schulz ist nicht glaubwürdig 
       
       Martin Schulz spricht schlecht über die Flüchtlings-Politik
       
       von Angela Merkel und ihrer Partei CDU.
       
       Aber seine Partei hat die Flüchtlings-Politik unterstützt.
       
       Denn die SPD ist in einer [14][Koalition] mit der CDU.
       
       Deshalb ist Martin Schulz nicht glaubwürdig,
       
       wenn er heute schlecht über die Flüchtlings-Politik spricht.
       
       Was will Martin Schulz erreichen 
       
       mit der Flüchtlings-Politik als Wahl-Kampf-Thema? 
       
       Was sind die Ziele von Martin Schulz?
       
       Warum macht er die Flüchtlings-Politik zum Wahl-Kampf-Thema?
       
       Das ist schwer einzuschätzen.
       
       • Vielleicht macht er sich Sorgen um das Schicksal der Flüchtlinge.
       
       • Vielleicht möchte er weniger Flüchtlinge in Deutschland.
       
       • Vielleicht möchte er AfD-Wähler für sich gewinnen.
       
       Wahrscheinlich will Martin Schulz vor allem eine Sache:
       
       Er will Angela Merkel vor der Bundestags-Wahl schlecht machen.
       
       Angela Merkel ist seine stärkste Gegnerin.
       
       Aber wenn es für Martin Schulz nur darum geht,
       
       sollte er besser nicht über Flüchtlings-Politik reden.
       
       Und schon gar nicht populistisch.
       
       Dafür ist das Thema zu wichtig.
       
       Original-Text: Anna Lehmann und Johanna Roth 
       
       Übersetzung: Juliane Fiegler und Christine Stöckel 
       
       Prüfung: capito Berlin, Büro für barrierefreie Information 
       
       Eingelesen von: Belinda Grasnick und Lalon Sander
       
       4 Aug 2017
       
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