# taz.de -- Diözesanarchivar über Marienwunder: „Das weiß nicht mal Rom“
> Soll Medjugorje in Bosnien nach seinen jahrelangen Marienerscheinungen
> zum Wallfahrtsort erklärt werden? Das will der Papst nun entscheiden.
(IMG) Bild: Das Denkmal der Madonna von Medjugorje
In Medjugorje, Bosnien, ist 1981 eine schwebende Frau gesehen worden. Nun
will der Papst entscheiden, ob dies zum Wunder und der Ort zur
Wallfahrtsstätte erklärt werden sollen.
taz: Herr Colberg, Was ist in Medjedowje passiert?
Dort sind angebliche Marienerscheinungen gewesen, die aber von der
katholischen Kirche nicht anerkannt werden, da nicht alle Kriterien erfüllt
worden sind. Daher kann die Echtheit der Erscheinung nicht beglaubigt
werden.
Gibt es eine Art Checkliste, die erfüllt werden muss, um zum Wunder erklärt
zu werden?
Martin Colberg: Ja, die gibt es, aber ich kenne sie nicht. Auf jeden Fall
wird die Glaubwürdigkeit der Seherinnen geprüft und ob die Botschaft der
Erscheinung wirklich mit der Lehre der katholischen Kirche übereinstimmt.
Diese Orte werden selbstverständlich intensiv geprüft, damit die
katholische Kirche nicht auf Hokuspokus reinfällt.
Ist dieses Prüfungsverfahren geheim?
Sagen wir mal, es ist vertraulich, denn vertraulich heißt auch, dass man in
Ruhe prüft. Es muss immer auch eine rationale Seite geben, nicht nur eine
emotionale.
Was heißt es ein Wallfahrtsort zu sein?
Wenn ein Ort offiziell als Wallfahrtsort anerkannt wurde, dann sammeln sich
dort die Menschen. Sie pilgern dort hin und hoffen, dass ihnen Heilung
widerfährt und sie Dinge über ihre Zukunft erfahren. In der Regel geht es
aber vor allem um Heilung.
Wissen Sie, wie viele Orte auf so eine Wundersprechung warten?
Nein, da bin ich überfragt, ich glaube, das weiß man nicht mal in Rom.
19 Jul 2017
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(DIR) Pola Kapuste
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