# taz.de -- Auch die „Magdeburger Gartenpartei“ tritt an
> Zulassung 66 kleine Parteien wollen an der Bundestagswahl teilnehmen.
> Nicht alle dürfen
BERLIN taz | Die Mitglieder der „WasserPartei Deutschland –WPD“ werden
keine Plakate drucken. Einstimmig lehnte der zehnköpfige
Bundeswahlausschuss die Zulassung der WasserPartei zur Bundestagswahl am
24. September ab. Die Partei, die sich auch als „Die PlanetBlauen“
bezeichnet, habe einen zu geringen Umfang; außerdem fehle es ihr angesichts
von lediglich 40 Mitgliedern im einzigen Landesverband Bayern an
Festigkeit, begründete Wahlleiter Dieter Sarreither.
Auf dem Stimmzettel wird auch die KPD fehlen, die Kommunistische Partei
Deutschlands, der ein Formfehler unterlaufen war. Den Antrag, bei der
Bundestagswahl antreten zu dürfen, hatte einzig der Vorsitzende
unterschrieben; nötig sind allerdings die Signaturen von drei
Vorstandsmitgliedern. Die Kollegen der DKP, der Deutschen Kommunistischen
Partei, wussten das; sie stehen am 24. September zur Wahl.
Welche Voraussetzungen sonst noch erfüllt sein müssen, um mit Merkel,
Schulz und Co um Stimmen konkurrieren zu dürfen, regelt das
Bundeswahlgesetz. Als wesentliche Kriterien gelten Satzung und Programm
oder die Einflussnahme auf politische Willensbildung. Parteien, die etwa
über Mandate im Bundestag oder in mindestens einem Landtag verfügen, gelten
deshalb quasi als gesetzt. Auch Mitgliederzahlen und die mediale Präsenz
spielen eine Rolle.
Kein Ausschlusskriterium ist hingegen regionale Begrenztheit. WählerInnen
in München, Hamburg oder Köln könnten sich etwa auch für „Die Magdeburger
Gartenpartei“ (MG) entscheiden. Das hat der Ausschuss einstimmig
beschlossen. Ein Rechenschaftsbericht 2014, 358 Mitglieder zum Ende 2016,
drei Stadträte („mit denen es auch vorwärts geht“, so der Vorsitzende
gegenüber dem Ausschuss) und Teilnahmen an Kommunal- und Landtagswahlen
reichten aus, um einstimmig zur Wahl zugelassen zu werden.
Doch es gibt Grenzfälle. „Die GERADE Partei“ (DGB), die für Mittelstand und
Bürgernähe eintritt, lehnten fünf Mitglieder ab, zwei enthielten sich, drei
stimmten für sie. Das reichte für die Zulassung. Eine Ablehnung muss mit
Zweidrittelmehrheit beschlossen werden.
David Joram, Emily Knäpper
7 Jul 2017
## AUTOREN
(DIR) David Joram
(DIR) Emily Knäpper
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