# taz.de -- heute in hamburg: „Donald Trump hoch vier“
       
       > Sozialstaat Gegner und Befürworter diskutieren über das bedingungslose
       > Grundeinkommen
       
       taz: Herr Bosch, ist das bedingungslose Grundeinkommen die Rettung für
       Arbeitslose und GeringverdienerInnen? 
       
       Gerhard Bosch: Nein. Das ist ein Versprechen wie „Freibier für alle“. Das
       klingt natürlich fantastisch, aber das bedingungslose Grundeinkommen für
       jeden ist erst mal eine große Geldverschwendung.
       
       Inwiefern? 
       
       Die Mehrheit unserer Bevölkerung braucht das Geld nicht. Ich zum Beispiel
       habe eine ausreichende Pension, kann nebenher noch Geld verdienen und bin
       sozialversichert. Warum sollte ich zusätzlich noch ein bedingungsloses
       Grundeinkommen beziehen, das an anderer Stelle fehlt? Ich möchte das
       überhaupt nicht haben.
       
       Wäre das denn überhaupt finanzierbar? 
       
       Nein. Wenn jeder unserer 82 Millionen Bürger 1.000 Euro im Monat bekommt,
       dann sind das 984 Milliarden Euro im Jahr, die allein dafür aufgebracht
       werden müssen. Das ist mehr als unser gesamtes Sozialbudget.
       
       Es wird also etwas versprochen, das nicht gehalten werden kann? 
       
       Ja, das ist sozusagen Donald Trump hoch vier. Familienhilfe,
       Jugendbetreuung, all das wird ersatzlos gestrichen – wie viel bleibt von
       den 1.000 Euro dann noch übrig? Wenn man schwer krank, behindert oder
       pflegebedürftig ist, reichen die sowieso nicht. Und wer soll die
       Sprachkurse für Asylanten finanzieren? Insgesamt ist das eine total
       zynische Position der völligen Vernachlässigung von Menschen und der Absage
       an jegliche soziale Hilfe.
       
       Welche Alternativen gibt es? 
       
       Wir müssen die ungleiche Bezahlung bekämpfen und anständige Einkommen
       sichern. Der Mindestlohn ist da ein wichtiger Schritt. Wir brauchen eine
       aktive Beschäftigungspolitik. Und wir müssen den Sozialstaat an neue
       Lebensrealitäten anpassen.
       
       Interview Lena Eckert
       
       Buchvorstellungen und Podiumsdiskussion „Basic Income“: 18 Uhr, ZBW.
       
       7 Jun 2017
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Lena Eckert
       
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