# taz.de -- Untersuchung über Folter in der Türkei: Schlussfolgerungen ohne Bericht
       
       > Die türkische Regierung verweigert die Genehmigung. Somit bleibt der
       > Bericht des europäischen Antifolterausschusses zur Türkei
       > unveröffentlicht.
       
 (IMG) Bild: Wird in türkischen Knästen gefoltert? Die regierung gibt Informationen nicht frei – Archivbild aus dem Jahr 2007
       
       Straßburg dpa | Der Bericht des europäischen Antifolterausschusses zur
       Türkei bleibt weiter unveröffentlicht. Die türkische Regierung habe die
       notwendige Genehmigung bisher nicht erteilt, sagte der Chef des
       Europarat-Gremiums, Mykola Gnatovskyy, in Straßburg vor der
       [1][Veröffentlichung seines Jahresberichts] am Donnerstag.
       
       „Da gibt es keinen Weg herum“, sagte er. „Natürlich würde ich sehr gerne
       über unsere Erkenntnisse reden. Aber ich darf kein Wort darüber verlieren.“
       
       Nach dem Putschversuch im Juli 2016 und der Festnahme zahlreicher Menschen
       hatte die Expertengruppe Gefängnisse in Ankara, Istanbul und Izmir besucht.
       Dem türkischen Innenministerium zufolge saßen Anfang April rund 47.000
       Menschen wegen angeblicher Verbindungen zur islamischen Gülen-Bewegung in
       Untersuchungshaft.
       
       Die [2][Konvention gegen Folter], die seit 1989 für die Türkei gilt, räumt
       den Menschenrechtlern Zugang zu Gefängnissen und Dokumenten über Häftlinge
       ein. „Wir haben Hunderte Leute interviewt, einzeln und unter vier Augen“,
       sagte Gnatovskyy. „Wir haben also ziemlich gutes Material, aus dem wir
       Schlussfolgerungen ziehen können.“
       
       Bisher hat die Türkei alle Berichte des Antifolterausschusses genehmigt –
       bis auf die drei jüngsten. Zum Vergleich: Russland hat nach 26 Besuchen nur
       drei Berichte veröffentlichen lassen.
       
       2017 steht ein regelmäßiger Besuch des Antifolterausschusses in der Türkei
       an. „Und natürlich sind wir auch sehr flexibel. Wir können immer einen
       Ad-hoc-Besuch in ein Land organisieren“, sagte Gnatovskyy. „Wir bleiben
       sehr aufmerksam in dieser Situation.“
       
       20 Apr 2017
       
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 (DIR) [1] https://rm.coe.int/CoERMPublicCommonSearchServices/DisplayDCTMContent?documentId=090000168070af7a
 (DIR) [2] http://www.coe.int/en/web/conventions/full-list/-/conventions/treaty/126
       
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