# taz.de -- Stimmenfang beim Parteitag: FDP sucht wieder Anschluss
       
       > FDP-Chef Lindner will einen Untersuchungsausschuss zum
       > „Flüchtlingsherbst“ 2015 einsetzen, sollte die FDP wieder in den
       > Bundestag einziehen.
       
 (IMG) Bild: Rügt den Flüchtlingszuzug seit 2015: FDP-Chef Lindner
       
       Berlin taz | Mit kaum etwas lassen sich Grünen-Parteitage so sehr zu
       Beifallsstürmen hinreißen wie mit Anti-FDP-Polemiken und FDP-Parteitage mit
       Grünen-Bashing. So war es die sicherste Nummer in der Rede von FDP-Chef
       Christian Lindner auf dem Berliner Bundesparteitag der Liberalen, als er
       auf das hämische Gelächter der Grünen 2013 verwies: „Das letzte Bild der
       Geschichte der FDP – das wird nicht der Jubel der Grünen über unser
       Ausscheiden aus dem Bundestag sein.“
       
       Die FDP ist dank Lindner wieder wer, die Umfragen zur Bundestagswahl sehen
       sie stabil bei mindestens fünf Prozent. Lindner, der am Samstag als
       Bundesvorsitzender wiedergewählt werden will, hielt schon am Freitag zum
       Auftakt des Parteitages eine Rede, in der er das liberale Credo erneuerte
       und gegen die Konkurrenz austeilte: „Wir sind die einzige Partei, die
       Menschen nicht befreien will, sondern befähigen, das Beste aus ihrem Leben
       zu machen.“
       
       Der FDP-Chef hat die Partei auf einen Kurs geführt, der zugleich
       Weltoffenheit und eine deutliche Kritik an der deutschen Flüchtlingspolitik
       beinhaltet: „Wenn wir feststellen, dass Menschen ausreisepflichtig sind,
       müssen sie auch ausreisen. Alles andere würde das Rechtsstaatsverständnis
       auf den Kopf stellen“, sagte er.
       
       Für den Fall des Wiedereinzugs in den Bundestag kündigte er einen
       Untersuchungsausschuss zum Flüchtlingsherbst 2015 an. Er soll der Frage
       nachgehen, wer in der Bundesregierung aus welchen Gründen monatelang für
       offene Grenzen gesorgt hat.
       
       Die Koalitionsfrage ließ Lindner offen: „Wir werden uns nicht zum
       nützlichen Idioten für beliebige Mehrheiten machen lassen.“ Wenn man die
       Richtung der Politik ändern könne, gehe man in die Regierung, ansonsten in
       die Opposition. „Unser Land leidet an einer linksgrünen Opposition, die so
       spannend ist wie eingeschlafene Füße.“ Der nächste Seitenhieb auf die
       Grünen, der Beifall war Lindner sicher.
       
       28 Apr 2017
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Martin Reeh
       
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