# taz.de -- „Die hässliche Seite der Modeindustrie“
       
       > Kleidung Was ein Gewinner des Wettbewerbs „Spitze Nadel“ mit dem
       > Preisgeld unternommen hat
       
       taz: Herr Roschlau, wofür haben Sie 2016 [1][den Preis] bekommen? 
       
       Andreas Roschlau: Wir haben mit Jugendlichen einen Stand gebaut, an dem
       Schaufensterpuppen mit Markenkleidung stehen. Dahinter ist ein kleiner und
       warmer Raum, der mit Neonlicht beleuchtet wird. An den Wänden hängen
       großflächige Bilder von Näherinnen in Fabriken und wir spielen originale
       Geräusche aus einer Nähfabrik ab. Wir wollen die Leute emotional
       berühren. Und es gibt eine Station, an der man ein öko-faires Shirt selbst
       bedrucken kann. Das Handymotiv mit dem Spruch „Bessere Welt ruft an –
       annehmen oder ablehnen“ ist am beliebtesten.
       
       Aber macht das die Welt wirklich besser? 
       
       Zumindest werden Jugendliche auf den Weg gebracht, die Welt besser zu
       machen. Wir bieten an dem Stand auch Infomaterialien zu Herstellern an, die
       zu guten Arbeitsbedingungen Kleidung produzieren. Die Besucher sollen
       hinter das schöne Schaufenster der Modeindustrie schauen können und auch
       die hässliche Seite erleben. Insbesondere Jugendliche sollen ermutigt
       werden, dass sie Veränderungen in der Welt selbst beeinflussen können.
       
       Was hat die Gruppe mit den 2.000 Euro Preisgeld gemacht? 
       
       Wir haben neue Schaufensterpuppen gekauft, die auch Köpfe haben und einen
       größeren Bildschirm. Darauf zeigen wir die Dokumentation „Der Preis der
       Blue Jeans“, die auf Umweltzerstörung und schlechte Arbeitsbedingungen in
       der Jeansproduktion hinweist.
       
       Und wenn jemand nicht genug Geld für die ethisch korrekte Kleidung hat? 
       
       Dann gibt es auch noch Kleidertauschpartys und Second-Hand-Läden. Die Leute
       sollen auch die Menge ihres Kleiderkonsums kritisch hinterfragen.
       Nachhaltiger Konsum ist auch weniger Konsum.
       
       Wo kann ich die Nähfabrik-Atmosphäre erleben? 
       
       Beim Kirchentag im Mai in Berlin oder auf [2][Youtube].
       
       Interview Sara Mierzwa
       
       7 Apr 2017
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.inkota.de/themen-kampagnen/soziale-verpflichtung-fuer-unternehmen/aktionspreis-spitze-nadel/
 (DIR) [2] https://www.youtube.com/watch?v=EcpgKp6ZRCo
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sara Mierzwa
       
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