# taz.de -- „Führerschein ist ein Auslaufmodell“
       
       > Zukunft Höchste Zeit, dass das Recht angepasst wird, sagt
       > Bitkom-Geschäftsführer Rohleder
       
       taz: Herr Rohleder, was halten Sie von der Gesetzesänderung? 
       
       Bernhard Rohleder: Wir begrüßen, dass der Gesetzgeber nunmehr die
       rechtlichen Grundlagen für das teilautonome und autonome Fahren schafft.
       Dem autonomen Fahren gehört die Zukunft und es ist höchste Zeit, dass wir
       auch in Deutschland den Rechtsrahmen anpassen.
       
       Was geschieht denn mit der Aufzeichnung der Blackbox? Werden diese Daten
       automatisch an einen externen Rechner weitergeleitet und dauerhaft
       gespeichert? 
       
       Die von einer Blackbox aufgezeichneten Daten ließen sich in einer externen
       Cloud am besten vor unbefugten Zugriffen schützen. Bislang ist unseres
       Wissens allerdings vorgesehen, die Daten in der Blackbox selbst zu
       speichern. Das bedeutet, dass künftig 40 Millionen Blackboxes in deutschen
       Autos jeweils einzeln mit einem Höchstmaß an technischem Schutz versehen
       werden müssen. Übrigens: 75 Prozent der Bundesbürger ab 18 Jahren sagen in
       einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von Bitkom, dass in
       selbstfahrenden Autos serienmäßig eine Black Box eingebaut werden sollte.
       
       Wer hat denn wann Zugriff auf diese Daten? Was wäre aus Ihrer Sicht die
       beste Lösung? 
       
       Die Blackbox zeichnet personenbezogene beziehungsweise personenbeziehbare
       Daten auf. Sie müssen nach den Regeln des Bundesdatenschutzgesetzes
       gesichert werden. Wird der Personenbezug entfernt und die Daten sind
       anonymisiert, ist man in der Verwendung relativ frei. Bleibt der
       Personenbezug erhalten, darf auf die Daten nur auf Basis eines
       richterlichen Beschlusses zugegriffen werden – es sei denn, der Autofahrer
       hat einer Verwendung seiner Daten ausdrücklich zugestimmt.
       
       Glauben Sie, dass autonome Fahrzeuge schon in naher Zukunft am
       Straßenverkehr teilnehmen oder handelt es sich bei der Diskussion um eine
       Phantomdebatte? 
       
       Autonome Fahrzeuge sind in anderen Ländern jetzt schon im Straßenverkehr
       unterwegs. Zum Beispiel fahren in einem Stadtteil Singapurs heute bereits
       vollautonome Taxis. Autonome Pkws und Lkws, aber auch Traktoren und
       Shuttlebusse werden auch in Deutschland erprobt. Schon in wenigen Jahren
       werden sie den Straßenverkehr dominieren. Der Führerschein ist ein
       Auslaufmodell. Künftig wird es heißen: Hände weg vom Lenkrad. Das Ziel muss
       sein, die Zahl der Verkehrstoten durch autonome Fahrzeuge auf null zu
       senken. In Schweden hat die Regierung diese „Vision zero“ bereits offiziell
       verkündet und arbeitet zum Beispiel in der Hauptstadt Stockholm mit großem
       Erfolg an ihrer Umsetzung.
       
       Stella Muthorst
       
       10 Mar 2017
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stella Muthorst
       
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