# taz.de -- Frauenfußballmannschaft aus Tibet: In den USA unerwünscht
       
       > Die Spielerinnen leben als Flüchtlinge in Indien und wollten zu einem
       > Turnier in die USA. An der Botschaft durften sie nicht einmal das Visum
       > beantragen.
       
 (IMG) Bild: Ohne Probleme eingereist: Spielerinnen des Teams in Deutschland 2015
       
       Neu Delhi ap/taz | Einem Frauenfußballteam aus Tibet ist die Einreise in
       die Vereinigten Staaten verweigert worden. Die Mannschaft und weitere
       Mitarbeiter hätten entsprechende Visa nicht in der US-Botschaft in Neu
       Delhi beantragen dürfen, teilte die Geschäftsführerin des
       Frauenfußballverbands von Tibet, Cassie Childers, mit. Das Team wollte an
       einem Jugendturnier in Dallas teilnehmen.
       
       Die Geschäftsführerin des Fußballverbandes beklagte, dass die Mitarbeiter
       der US-Botschaft die Unterlagen nicht eines Blickes gewürdigt hätten.
       Childers, die US-Bürgerin ist, schrieb [1][in einem Facebook-Post], sie sei
       „angewidert“ und „schäme sich für ihr Land“. Allein der Versuch die Visa zu
       beantragen habe die Mannschaft ihr halbes Jahresbudget gekostet. Flug,
       Unterkunft und Ausrüstung sollten von dem Ausrichter des Turniers
       gesponsert werden.
       
       „Sie haben gesagt, dass wir keinen guten Grund haben nach Dallas zu
       fliegen“, sagte Jamyang Chotso, die Kapitänin des Teams, [2][der britischen
       Tageszeitung Guardian]. „Ich glaube aber nicht, dass das der Grund ist,
       warum sie uns abgelehnt haben. Wir glauben, dass sie denken, wir würden in
       den USA untertauchen.“ In [3][einem Video vor der US-Botschaft] liest eine
       Spielerin einen Brief im Namen des Teams vor: „Wir haben in der letzten
       Zeit nur für dieses Turnier gelebt. Wir waren heute sehr aufgeregt – wurden
       aber abgewiesen, einfach so.“
       
       Bei den Spielerinnen handelt es sich vor allem um Flüchtlinge aus Tibet,
       die in Indien ausgestellte Ausweise haben. Diese gelten als Pässe, auch
       wenn dahinter keine indische Staatsbürgerschaft steht. Vier Spielerinnen
       leben in Nepal und haben nepalische Pässe. Ihre Visumsanträge seien
       angenommen worden, aber es gebe noch keine Antwort, [4][hieß es]. 2015
       hatte das tibetische Frauenteam [5][Deutschland besucht].
       
       1 Mar 2017
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.facebook.com/cassie.childers.3/posts/10154410456313100
 (DIR) [2] http://www.theguardian.com/us-news/2017/feb/28/tibet-womens-soccer-visas-denied
 (DIR) [3] http://www.facebook.com/cassie.childers.3/videos/10154410760938100/
 (DIR) [4] http://indianexpress.com/article/sports/football/tibet-womens-football-team-denied-us-visa-in-new-delhi-4549119/
 (DIR) [5] http://www.dfb.de/news/detail/fussballerinnen-unter-sich-ein-foto-mit-der-kanzlerin-126197/
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Tibet
 (DIR) USA
 (DIR) Fußball
 (DIR) Tibet
 (DIR) Fußball
 (DIR) Fußball
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Ausweisung der deutschen Gründerin: Blindenzentrum in Tibet vor dem Aus
       
       Zwei Jahrzehnte bildete Sabriye Tenberken blinde Kinder aus. Jetzt muss sie
       ausreisen. Grund dafür könnte ein zu starker „westlicher Einfluss“ sein.
       
 (DIR) Syrischer SV in Berlin: Soziales Lernen beim Fußball
       
       Der Bezirksligist Syrischer SV bietet Deutschunterricht, soziale Kontakte
       und er wächst. Angst haben die Spieler indes vor dem syrischen
       Geheimdienst.
       
 (DIR) Fußball-WM nicht anerkannter Staaten: Abchasien im Angriff
       
       Bei der WM der nicht anerkannten Länder und Regionen will Abchasien den
       Titel holen. Doch die Konkurrenz aus Kurdistan und Padanien ist stark.
       
 (DIR) Tibetische Fußballnationalmannschaft: Die Füße Gottes
       
       Tibet, eine Nation ohne eigenen Staat, hat eine eigene
       Fußballnationalmannschaft. Doch, wirklich! Am Wochenende besuchte sie
       Deutschland.