# taz.de -- Terrorverdächtiger im Saarland verhaftet: Angeblich Anschläge geplant
       
       > Der Tatverdächtige reiste im Dezember 2014 nach Deutschland ein. Er soll
       > vom IS Geld für Sprengstoff und Fahrzeuge gefordert haben.
       
 (IMG) Bild: Presseerklärung der Staatsanwaltschaft: Der Beschuldigte gab Kontakt zum IS zu
       
       Berlin rtr | Ein am Silvestertag im Saarland festgenommener Syrer steht im
       dringenden Verdacht, einen Anschlag im Auftrag der Extremistengruppe
       Islamischer Staat (IS) geplant zu haben. Gegen den Mann sei vom Haftrichter
       an Neujahr Untersuchungshaft angeordnet worden, teilte die
       Generalstaatsanwaltschaft am Montag in Saarbrücken mit. Dem 38-Jährigen
       wird vorgeworfen, mit seinem Handy über den Nachrichtendienst Telegram mit
       einer Person Kontakt aufgenommen zu haben, um Geld vom IS zu beschaffen.
       
       Der Asylbewerber habe die Kontakt-Person aufgefordert, ihm 180.000 Euro zur
       Verfügung zu stellen. Damit habe er Fahrzeuge kaufen, mit Sprengstoff
       präparieren und in Menschenmengen steuern wollen. Ziel sei es gewesen,
       viele Nicht-Muslime zu töten. Der Beschuldigte bestreitet
       Anschlagsplanungen.
       
       Der dringende Tatverdacht ergebe sich aus den Angaben eines Hinweisgebers,
       der an das Bundeskriminalamt (BKA) herangetreten sei, sagte
       Oberstaatsanwalt Christoph Rebmann. Hinzu kämen der Inhalt von
       Chatverläufen auf dem sichergestellten Handy sowie die Aussagen des
       Beschuldigten.
       
       Der Beschuldigte habe dem mutmaßlichen IS-Kontaktmann aus Rakka mitgeteilt,
       der Anschaffungspreis für ein Fahrzeug betrage 22.500 Euro. Jedes Fahrzeug
       solle für den „heiligen Feldzug“ mit 400 bis 500 Kilogramm Sprengstoff
       beladen werden.
       
       ## Beschuldigter bestreitet Anschlagspläne
       
       In seiner Vernehmung räumte der Beschuldigte den Angaben zufolge zwar
       Kontakte zum IS ein, bestritt aber terroristische Absichten. Er gab laut
       Rebmann an, das Geld vom IS erhalten wollen, um damit seine Familie in
       Syrien zu unterstützen. Die Generalstaatsanwaltschaft halte dies jedoch für
       eine Schutzbehauptung. Dagegen sprächen alle Beweismittel. „Das ist nicht
       glaubhaft aus unserer Sicht“, unterstrich Rebmann.
       
       Zuvor hatte Spiegel Online berichtet, der saarländische Staatsschutz gehe
       [1][von hauptsächlich finanziellen Motiven aus]. „In Anbetracht der
       Gesamtumstände wird der Eintritt eines schädigenden Ereignisses beruhend
       auf den bisherigen Ermittlungen als unwahrscheinlich eingeschätzt“, zitiert
       das Blatt aus einer vertraulichen Lagebewertung des saarländischen
       Staatsschutzes.
       
       Der Hinweis vom BKA ging nach Angaben des Landespolizeipräsidiums am
       Freitag in Saarbrücken ein. Der Verdächtige wurde am Samstag um 04.00 Uhr
       in seiner Wohnung im Saarbrücker Stadtteil Burbach festgenommen.
       
       Der Syrer reiste nach Angaben der Staatsanwaltschaft erstmalig im Dezember
       2014 nach Deutschland ein, wo er am 12. Januar 2015 in Gießen einen
       Asylantrag stellte. Der Mann besitze eine Aufenthaltserlaubnis und einen
       Reiseausweis für Flüchtlinge. Bis zum 1. August vergangenen Jahres war er
       in Hessen gemeldet, seit August in Saarbrücken-Burbach.
       
       Konkrete Hinweise auf eine Gefährdung von Silvesterfeiern oder darauf, dass
       der Verdächtige schon Autos mit Sprengstoff präpariert habe, ergaben die
       Ermittlungen den Angaben zufolge nicht.
       
       2 Jan 2017
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/saarland-syrer-wegen-terrorverdachts-festgenommen-a-1128237.html
       
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