# taz.de -- Kanadischer Sänger und Dichter: Leonard Cohen ist gestorben
> Erst vor kurzem veröffentlichte Leonard Cohen noch ein Album, „You Want
> It Darker“. Nun ist er im Alter von 82 Jahren gestorben.
(IMG) Bild: Leonard Cohen im Jahr 2012
Montréal afp | Die Welt nimmt Abschied von einer Musiklegende: Der
kanadische Sänger, Komponist und Dichter Leonard Cohen ist im Alter von 82
Jahren gestorben, wie seine Plattenfirma in der Nacht zu Freitag mitteilte.
Cohen sei ein „legendärer Künstler“ gewesen, schrieb seine Plattenfirma bei
der Bekanntgabe der Todesnachricht. „Wir haben einen der meistverehrten und
produktivsten Visionäre in der Musik verloren.“
In den 1960-er Jahren war der Singer-Songwriter zu einer der prägenden
Figuren der Alternativkultur in Nordamerika geworden. Seine poetischen, mit
rauchiger Stimme vorgetragenen Songs machten Cohen weltbekannt, sie wurden
über die Jahrzehnte von vielen anderen Künstlern interpretiert. Songs wie
„Halleluja“, „Suzanne“ und „So Long Marianne“ ließen ihn zu einer
Liedermacher-Ikone werden.
Cohen wurde 1934 als Sohn einer jüdischen Familie in Montréal geboren, wo
er auch aufwuchs. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er
hauptsächlich in Kalifornien. Die Trauerfeier für den verstorbenen Künstler
soll in Los Angeles stattfinden.
Die Todesnachricht wurde in Cohens Heimat mit Bestürzung aufgenommen.
Kanadas Premierminister Justin Trudeau bezeichnete Cohen als Poeten mit
unverwechselbarem Klang. „Seine Werke haben über Generationen hinweg
Anklang gefunden“, erklärte Trudeau.
## Letztes Album im Oktober
Montréals Bürgermeister Denis Coderre ordnete Trauerbeflaggung für die
Stadt an. Er würdigte Cohen als „einen unserer größten Botschafter“. Vor
Cohens Haus im Stadtteil Plateau fanden sich umgehend Trauernde ein, die
Kerzen entzündeten.
In seiner künstlerischen Karriere übte sich Cohen zunächst als Lyriker,
wandte sich dann aber der Musik zu – zunächst eher zögerlich, letztlich
aber mit großem Erfolg. Die Recording Academy in den USA, die Cohen 2010
einen Grammy für sein Lebenswerk verliehen hatte, würdigte ihn nun als
„außergewöhnliches Talent“, das „zahllose Sänger und Liedermacher zutiefst
beeinflusst“ habe.
Erst im vergangenen Monat hatte Cohen seine letzte Platte herausgebracht,
„You Want It Darker“. In den Songs setzte er sich mit der eigenen
Sterblichkeit auseinander. Seinen eigenen Tod hatte er offenbar kommen
sehen: In einem Brief zum Tode seiner langjährigen Freundin Marianne Ihlen,
die im Juli gestorben war, hatte er geschrieben: „Ich glaube, dass ich Dir
sehr bald folgen werde.“
11 Nov 2016
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