# taz.de -- Esa-Marslandung nur teilweise geglückt: Schiaparelli antwortet nicht
       
       > Der Lander hat kurz vor dem Aufprall den Funkverkehr eingestellt. Wo und
       > vor allem in welchem Zustand ist Schiaparelli auf dem Mars angekommen?
       
 (IMG) Bild: Keiner weiß zurzeit, ob Schiaparelli gelandet ist
       
       Darmstadt/Moskau dpa | Die mit Spannung erwartete Landung einer
       europäisch-russischen Sonde auf dem Mars ist nur in Teilen geglückt. „Der
       Lander hat sich nicht verhalten wie wir erwartet haben“, sagte Andrea
       Accomazzo von der Europäischen Raumfahrtagentur Esa am Donnerstag in
       Darmstadt.
       
       In den letzten 50 Sekunden vor dem geplanten Aufsetzen auf der Oberfläche
       habe das Testmodul „Schiaparelli“ keine Signale mehr gesendet, sagte er.
       Dennoch habe „Schiaparelli“ Daten gesammelt. „Das ist das Wichtigste“,
       betonte Accomazzo.
       
       Die Esa-Experten konnten nicht sagen, ob die Sonde auf dem Mars zerschellt
       oder unbeschädigt ist. Aber Esa-Chef Jan Wörner meinte: „Wir haben die
       Daten, wir haben Testergebnisse – ich bin sehr froh.“
       
       Mit dem [1][Projekt ExoMars] suchen die Esa und ihr russischer Partner
       Roskosmos nach Spuren von Leben auf dem rötlich schimmernden
       Wüstenplaneten. „Schiaparelli“ und der Satellit „Trace Gas Orbiter“ (TGO)
       waren vor sieben Monaten als erster Teil des ExoMars-Projekts vom
       Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet.
       
       „Schiaparelli“ sollte am Mittwochabend in einem automatisch gesteuerten
       Manöver die Oberfläche erreichen. Weil die Übertragung von Daten vom Mars
       zur Erde knapp zehn Minuten dauert, hatten die Experten im Kontrollzentrum
       keine Handhabe beim Ablauf der Landung.
       
       Nach der programmierten Ankunftszeit gab es stundenlang keine Daten von der
       Sonde. Später trafen über den Esa-Satelliten Mars Express Signale ein, die
       die Wissenschaftler in einer Nachtschicht mühsam auswerten mussten.
       
       Accomazzo erklärte, es könne sein, dass der Lander zu schnell war, als er
       sich der Marsoberfläche näherte. Er gab sich aber zuversichtlich, dass die
       Teams herausfinden werden, wo und in welchem Zustand „Schiaparelli“ den
       Roten Planeten erreicht hat.
       
       20 Oct 2016
       
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