# taz.de -- Polizeiwerbekampagne in Neuseeland: Verhaftung mit Musik
       
       > Mit lockerem Hüftschwung und gut gemeintem Humor versucht die Polizei ihr
       > Image zu verbessern. Doch ihr eigentlicher Auftrag ist weniger spaßig.
       
 (IMG) Bild: Mit ein bisschen Musik geht alles gleich viel einfacher – sogar Verhaftungen
       
       Die Polizei zeichnet sich in ihrem Wesen nicht nur durch staatlich
       subventionierte Gewaltanwendung aus, sondern zeigt auch mal ihre
       schöngeistige Seele: Die neuseeländische Polizei [1][wirbt mit einem Video
       für mehr Zutrauen der Bevölkerung]. Hier verteilen ihre Angestellten keine
       Knöllchen oder schwingen Knüppel, sondern sie schwingen locker die Hüfte zu
       gechillter Clubmusik und beatboxen beschwingt im Fahrstuhl. [2][Unter dem
       Hashtag #Elevatorcops ist eine eigene Videoauskopplung] der Aufzugmusik zu
       finden.
       
       Die sogenannten Sicherheitskräfte werben mit einer breit angelegten
       Social-Media-Kampagne auf Youtube und Facebook um das Zutrauen der
       Bevölkerung – und haben Erfolg: Ihr Tanzvideo wurde innerhalb kürzester
       Zeit zum Internethit.
       
       Es ginge ihnen darum, zu zeigen, dass sie mehr seien als ihre Uniformen,
       dass Zusammenarbeit mit ihnen Spaß machen könne und sie auch eine
       menschliche Seite hätten, erklärt eine Polizistin in dem Kampagnen-Video.
       Doch warum hat die Polizei es überhaupt nötig, so um die Bevölkerung zu
       werben? Liegt es vielleicht daran, dass sich seit einiger Zeit Jugendliche
       als Gruselclowns verkleiden und ihre Mitmenschen überfallen – [3][ein
       Trend, der aus den USA nach Australien und Neuseeland übergeschwappt ist]?
       Man stelle sich nur vor: Trifft ein Gruselclown auf eine tanzende
       Polizistin, beide in eher ungewöhnlicher Rolle, große Verwirrung, und am
       Ende gehen beide friedlich und glücklich ihrer Wege.
       
       Es wäre schön, wenn die Welt so einfach wäre. Aber so kreativ die
       Werbekampagne der Polizei konzipiert ist und dabei sogar auf
       Diversity-Grundsätze Wert legt, wird sie die eigentliche Pflicht der
       Polizei, die Durchsetzung des staatlichen Gewaltmonopols, dadurch nicht
       ändern. Ob ein Polizist beim Knüppelschwingen nett lächelt und mit der
       Hüfte wackelt oder nicht: Das Ergebnis bleibt schmerzhaft.
       
       18 Oct 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://mashable.com/2016/10/17/dancing-cops-new-zealand/?utm_cid=hp-n-4
 (DIR) [2] https://twitter.com/hashtag/elevatorcops
 (DIR) [3] /!5348480/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Zoe Sona
       
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