# taz.de -- Blauer Engel für Fairphone2
       
       > Umweltzeichen Bundesumweltministerin Hendricks vergibt die
       > Umwelt-Auszeichnung an das niederländische Produkt. Studien halten
       > Kaufanreiz für das faire Smartphone für kontraproduktiv
       
       BERLIN taz | Am Montag wird das Fairphone 2 von Umweltministerin Barbara
       Hendricks mit dem Umweltzeichen Blauer Engel ausgezeichnet werden.
       „Fairphone 2 ist das erste Smartphone mit dem Umweltzeichen Blauer Engel“,
       sagt Vanessa Wagner, zuständig für die Bearbeitung der Vergabegrundlage
       beim Blauen Engel im Umweltbundesamt. Mobiltelefone mit der Auszeichnung
       seien strahlungsarm und erfüllten Kriterien zur Verlängerung der
       Nutzungsdauer und zur recyclinggerechten Konstruktion.
       
       Über 12.000 Produkte und Dienstleistungen sind bislang mit dem 1978
       eingeführten Umweltzeichen ausgezeichnet worden. „Der Blaue Engel ist ein
       freiwilliges Zeichen, das heißt, die Unternehmen müssen sich darum bewerben
       und ihre Produkte zertifizieren lassen“, so Wagner. Entscheidend seien vor
       allem Vergabegrundlagen, in denen die spezifischen Anforderungen und
       Nachweise festgehalten sind.
       
       Demnach dürfen Mobiltelefone keinen SAR-Strahlenwert haben, der höher als
       0,60 Watt pro Kilogramm ist. „Für eine problemlose Zweitnutzung soll das
       Mobiltelefon zudem über die Möglichkeit der Löschung oder Entnahme
       sämtlicher auf dem Gerät gespeicherten persönlichen Daten verfügen.“
       Außerdem müssen Akkus leicht austauschbar, Software-Updates des
       Betriebssystems durchführbar sowie die Kapazität des Speichers als auch des
       Akkus nachträglich aufrüstbar sein. Im Falle des Fairphone 2 wird Letzteres
       durch die modulare Bauweise ermöglicht.
       
       Inwieweit die strengen Richtlinien zu einem nachhaltigeren Konsum führen,
       ist ungewiss. In einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit
       und Mikrointegration (IZM) und der Deutschen Umwelthilfe wurde
       festgestellt, dass Konsument*innen vor dem Kauf des Fairphone 2 häufig noch
       funktionierende Mobiltelefone besaßen. Es bestand also gar keine
       Kaufnotwendigkeit. Der Kaufwunsch als solcher sei daher ein fehlerhafter
       Anreiz. Letzten Endes könnte das faire Smartphone mit Gutem-Gewissen-Faktor
       so sogar zu einem unbedachteren Konsum führen.
       
       Mit der Auszeichnung des Fairphone 2 hofft das Umweltbundesamt (UBA) andere
       Hersteller motivieren zu können, ihre Produkte nachhaltiger zu gestalten.
       Denn das Interesse der Mobilfunkbranche an einer Auszeichnung mit dem
       Blauen Engel sei noch recht verhalten. Woran das liege, darüber könne man
       leider keine Aussage machen. Daniel Koßmann
       
       24 Oct 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Daniel Koßmann
       
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