# taz.de -- Commerzbank streicht tausende Stellen: Millionengewinne sind nicht genug
       
       > Im ersten Halbjahr 2016 hat die Commerzbank satte Gewinne gemacht – im
       > Vorjahr war es aber mehr. Nun sollen über 7.000 Stellen gestrichen
       > werden.
       
 (IMG) Bild: Fühlt sich kaputt an: die Commerzbank
       
       Frankfurt/Main dpa | Die Commerzbank versucht mit dem Abbau Tausender Jobs
       und einer radikalen Neuaufstellung ihres Mittelstandsgeschäfts den
       Befreiungsschlag. Das Institut will unter dem Strich rund 7.300 Stellen
       streichen, wie der teilverstaatlichte Dax-Konzern am Donnerstag in
       Frankfurt mitteilte. Die endgültige Entscheidung soll am morgigen Freitag
       fallen.
       
       Nach den Plänen sollen 9.600 Vollzeitstellen entfallen, gleichzeitig rund
       2.300 neue entstehen. So dass unter dem Strich rund 38.000 von derzeit rund
       45.000 Vollzeitjobs bleiben. Wie sein Vorgänger Martin Blessing setzt der
       seit Mai amtierende Konzernchef Martin Zielke den Rotstift an: Bereits in
       Blessings Amtszeit hatte das Institut seit 2013 etwa 5.000 Stellen
       abgebaut.
       
       Die Commerzbank kämpft wie die Konkurrenz mit den Folgen des anhaltenden
       Zinstiefs und deutlich verschärften Auflagen der Aufseher. Im ersten
       Halbjahr brach der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr
       als 40 Prozent auf 372 Millionen Euro ein.
       
       Ihr Geschäft fokussiert die Commerzbank in den zwei Kundensegmenten
       „Privat- und Unternehmerkunden“ sowie „Firmenkunden“. Die Segmente
       Mittelstandsbank und Corporates & Markets werden gebündelt und das
       Handelsgeschäft im Investmentbanking reduziert. Das Mittelstandgeschäft,
       lange der mit Abstand größte Ertragsbringer des Konzerns, litt zuletzt
       immer stärker unter dem Niedrigzinsniveau.
       
       Der Umbau soll 1,1 Milliarden Euro kosten. Deshalb streicht die Bank ihren
       Aktionären vorerst die Dividende. In Aussicht gestellt waren ursprünglich
       für dieses Jahr 20 Cent je Papier, es wäre die zweite Gewinnausschüttung
       seit der Finanzkrise gewesen.
       
       Für das dritte Quartal erwartet das Institut ein negatives Ergebnis, im
       Gesamtjahr 2016 aber einen leichten Gewinn. 2015 schrieb die Commerzbank
       wieder einen Milliardengewinn und der langjährige Vorstandschef Blessing
       konnte sich in diesem Frühjahr mit der ersten Dividende seit 2007
       verabschieden. Doch schon damals wackelte das Vorhaben, den
       Milliardengewinn 2016 zu wiederholen, im Sommer kassierte der Vorstand
       dieses Ziel.
       
       29 Sep 2016
       
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