# taz.de -- Nach Angriff auf Hilfskonvoi in Syrien: Erneut vier Helfer getötet
       
       > Die USA geben Russland die Schuld am Angriff auf den Hilfskonvoi.
       > Zugleich geben sie zu, am Wochenende versehentlich syrische Stellungen
       > angegriffen zu haben.
       
 (IMG) Bild: Bei dem Angriff auf einen Hilfskonvoi waren am Montag etwa 20 Menschen getötet worden
       
       Beirut/New York rtr/ap/dpa | Bei einem nächtlichen Luftangriff nahe der
       umkämpften syrischen Großstadt Aleppo sind nach Angaben von Beobachtern
       erneut vier Mitarbeiter einer Hilfsorganisation sowie mindestens neun
       Rebellen getötet worden. Unklar sei, ob der Beschuss der südwestlich von
       Aleppo gelegenen Stadt Khan Touman von syrischen oder russischen
       Kampfflugzeugen kam, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle
       für Menschenrechte am Mittwoch mit.
       
       Die Hilfsorganisation Union of Medical Care and Relief Organizations
       (UOSSM) bestätigte den Tod von vier Mitarbeitern. Der in Großbritannien
       ansässigen Beobachtungsstelle zufolge gehörten die getöteten Rebellen dem
       Bündnis Dschaisch al-Fatah an.
       
       Am Montag war in der Nähe von Aleppo ein Hilfskonvoi beschossen worden,
       woraufhin die Vereinten Nationen aus Sicherheitsgründen alle
       Hilfslieferungen in dem Bürgerkriegsland stoppten. Die US-Regierung macht
       Russland für den tödlichen Angriff verantwortlich. Alle Informationen
       deuteten darauf hin, dass die Fahrzeugkolonne aus der Luft angegriffen
       worden sei, sagte der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater Ben
       Rhodes am Dienstag (Ortszeit).
       
       [1][Da die Rebellen in Syrien keine Flugzeuge hätten], könnten nur syrische
       oder russische Maschinen den Angriff geflogen haben, sagte Rhodes. Die
       Verantwortung trage letztlich Russland, das sich verpflichtet habe, Syrien
       zur Einschränkung seiner Luftangriffe zu bewegen.
       
       Bei dem Angriff waren am Montag in der Provinz Aleppo nach Angaben des
       Roten Kreuzes etwa 20 Menschen getötet worden, die gerade Lastwagen mit
       Hilfslieferungen entluden. Augenzeugen, die oppositionsnahe Syrische
       Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die Örtlichen
       Koordinationskomitees machten russische und syrische Kampfjets
       verantwortlich.
       
       Russland hat jegliche Verantwortung zurückgewiesen und von „voreiligen und
       unbegründeten“ Vorwürfen gesprochen. „Das Militär wird die Vorgänge prüfen,
       um alle Details zu klären“, teilte das Außenministerium in Moskau am
       Dienstagabend mit. Das Verteidigungsministerium erklärte, die Ladung der
       Hilfsfahrzeuge sei in Brand geraten.
       
       ## USA griffen Syrien aus Versehen an
       
       Zugleich gaben die USA Einzelheiten zu dem Angriff von Flugzeugen ihrer
       Luftwaffe auf syrische Stellungen am Wochenende bekannt, der nach ihrer
       Darstellung ein Versehen war. Die Aktion sei längere Zeit vorbereitet
       worden und man habe sich bemüht, Fehler auszuschließen, sagte Oberst John
       Thomas. Flugzeuge der USA, Australiens und Dänemarks hätten die Ziele etwa
       eine Stunde lang unter Feuer genommen.
       
       Dann habe das russische Militär angerufen und mitgeteilt, dass die Attacke
       nicht die Terrormiliz Islamischer Staat treffe. Es habe eine Weile
       gedauert, bis die Russen den richtigen Offizier erreicht hätten, dann aber
       sei der Angriff binnen fünf Minuten abgebrochen worden. Nach syrischen
       Angaben wurden mindestens 62 Soldaten getötet.
       
       21 Sep 2016
       
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