# taz.de -- Ingo Zamperoni über die USA: „Gartenzaun gehört zu Deutschland“
       
       > Der neue „Tagesthemen“-Moderator sagt, was Deutschland von den USA lernen
       > könnte – und was lieber nicht. Ein Gespräch über Schuhe und Trump.
       
 (IMG) Bild: „Was in den USA die Schusswaffe ist, ist in Deutschland das Tempolimit“: Ingo Zamperoni im September in Berlin
       
       taz.am wochenende: Herr Zamperoni, wie geht ’s? 
       
       Ingo Zamperoni: Ja, was soll ich sagen? Ich befinde mich in einer für mich
       sehr ungewohnten Rolle. Eigentlich bin ich ja der, der die Fragen stellt.
       Es ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber wir Journalisten besuchen ja
       ständig Leute in ihren privaten vier Wänden und verlangen, dass sie sich
       uns öffnen und etwas preisgeben. Insofern ist es jedenfalls interessant,
       auch diese Seite kennenzulernen. Und es ist schön, bei solchem Wetter in
       Deutschland zu sein.
       
       Sie haben ein Buch über die USA geschrieben. Darin unterscheiden Sie unter
       anderem zwischen der deutschen und der amerikanischen Art, auf die Frage
       „Wie geht ’s?“ zu antworten. Jetzt haben Sie deutsch geantwortet, oder? 
       
       Ja, eindeutig. Ich hätte auch einfach sagen können: „Hey, super!“
       
       Wann denken Sie in den USA: Okay, ich bin hier eindeutig nicht in
       Deutschland? 
       
       Wenn ich mein Wohnviertel anschaue zum Beispiel. Es gibt wenige
       Gartenzäune. Oder im Sport. In den USA gibt es kaum einmal ein
       Unentschieden, in der Regel spielen die Teams so lange, bis es einen Sieger
       gibt. Kein Wunder, dass Fußball in den USA nicht so wichtig ist. Die fragen
       sich, eins zu eins, was ist denn das für ein Ergebnis?
       
       In Deutschland ist ein Unentschieden im Sport völlig normal. Was sagt das
       über uns? 
       
       Ich glaube, wir sind zumindest im Vergleich zu den USA ein weniger
       polarisiertes Land, mehr um Ausgleich bemüht. Zurzeit gestaltet sich das
       vielleicht ein wenig anders, rechter Rand, linker Rand. Aber es gibt da
       schon einen Unterschied: In der amerikanischen Politik gibt es auch kein
       Koalieren, die Amerikaner sind Klarheit gewohnt.
       
       In Deutschland wird derzeit diskutiert, was eigentlich deutsch ist. Dann
       kommen immer Goethe und Bach. Was ist deutsch, Herr Zamperoni? 
       
       Ich glaube, was damit gemeint ist, wird am ehesten deutlich in den
       Aussagen, was wir nicht sind.
       
       Wie man sie in der Burka-Debatte hörte zum Beispiel. 
       
       Ich würde darüber hinaus sagen, dass Deutsche manchmal etwas
       besserwisserisch rüberkommen. Das gilt nicht für alle und jeden, aber
       kulturell gibt es die Tendenz, genau zu wissen, wie etwas zu sein hat. Und
       sei es, dass man an einer roten Fußgängerampel zu stehen hat, selbst wenn
       weit und breit kein Auto kommt. Ich glaube, dass das eine gewisse
       Flexibilität verhindert, zu sagen, was könnten wir denn sein? Amerikaner
       sind da ein bisschen offener für Neues, das ist lange gelernt.
       
       Sind Sie deutsch? 
       
       So deutsch wie jeder, der in diesem Land geboren und aufgewachsen ist. Ich
       bin ziemlich gründlich. Wir Deutschen bauen ein Haus und ziehen dann bis
       zur Rente nicht mehr um. Denn wir haben ja gebaut! Amerikaner lassen
       schneller los. Die bauen ein Haus, und wenn sich die Umstände ändern oder
       der Job wechselt, verkaufen sie es halt wieder.
       
       Sie wechseln ja nun auch zum wiederholten Mal den Job. 
       
       Ja, das stimmt, eine gewisse Elastizität habe ich schon auch. Aber ich
       versuche auch, Dinge gründlich zu machen. Um mir sagen zu können: Ich habe
       alles getan. Ich will keine halben Sachen liegen lassen.
       
       Hilft Ihnen das bei den „Tagesthemen“? 
       
       Schon. Man will ja als Nachrichtensendung immer zu den Ersten gehören, aber
       mir ist wichtiger, dass wir richtigliegen, als dass wir die Ersten sind und
       falsch. Es gibt deshalb das Vieraugenprinzip, jede Nachricht geht durch
       mehrere Hände, bevor sie gemeldet wird. Jede Information wird doppelt
       geprüft.
       
       Sie werden jetzt einer der ersten Moderatoren der „Tagesthemen“, zusammen
       mit Caren Miosga. Können Sie da sagen, was Sie wollen? 
       
       Wir schreiben die Moderationen selbst, aber es gibt einen CvD, der sie
       liest. Man selbst hält einen Text ja manchmal für glasklar, aber dann sagt
       der Redakteur: Also diese Schleife habe ich jetzt überhaupt nicht
       verstanden. Und insgesamt ist die Sendung natürlich Teamwork. Wir überlegen
       in der Konferenz gemeinsam, wie man für einen Beitrag, der gesendet werden
       soll, die Rampe baut. Zwei Sachen sind wichtig. Das eine ist, das Interesse
       des Zuschauers zu wecken, der sich zweieinhalb Minuten seines Lebens mit
       Thema xy auseinandersetzen soll. Und man muss ihm die Werkzeuge an die Hand
       geben, dass er mit diesen Informationen etwas anfangen kann.
       
       Wie deutsch ist das deutsche Fernsehen? 
       
       Es gibt jedenfalls große Unterschiede zu italienischen oder
       US-amerikanischen Medien. In Italien gibt es fast lyrische, blumige
       Formulierungen, etwa in La Stampa oder Corriere della Sera. Unser
       Journalismus ist dagegen sehr angelsächsisch geprägt. Wir bringen erst die
       News, dann den Rest. Der Unterschied zu den USA ist: Dort ist das Tempo
       sehr viel höher. Kaum ein O-Ton ist länger als drei, vier Sekunden. Es gibt
       unheimlich viele audiovisuelle Reize, das wirkt manchmal wie ein sehr
       lautes Feuerwerk. Das entspricht so noch nicht unseren Sehgewohnheiten.
       Wenn man sich die „Tagesthemen“ vor 20 Jahren anschaut, denke ich
       allerdings auch, boah, ist das langsam.
       
       Spiegelt sich in den Medien auch die politische Kultur eines Landes? In den
       USA gibt es eher linke und eher rechte Fernsehsender. Mein Eindruck wäre,
       dass die „Tagesthemen“ oder auch das „heute-journal“ Medien des Ausgleichs
       sind – Medien des Unentschiedens, die das deutsche repräsentative System
       spiegeln. 
       
       Da ist was dran. Der angelsächsische Journalismus ist ja so geprägt, dass
       Nachricht und Meinung getrennt sein sollten. So haben wir das gelernt, so
       wurden die deutschen Medien nach dem Zweiten Weltkrieg angelegt. In den USA
       sind die Fernsehmedien, abgesehen von PBS …
       
       … dem nichtkommerziellen Public Broadcasting Service … 
       
       … Unternehmen. Die fragen sich natürlich: Wie kann man Geld verdienen? Und
       eine Antwort war: Indem man eine bestimmte Klientel gezielt anspricht. Fox
       News und MSNBC sind Paradebeispiele, der eine rechts, der andere links.
       Theoretisch kann man sich dann als Zuschauer über beide Seiten eine Meinung
       bilden. Aber das passiert nicht mehr. Man sieht nur noch, was man ohnehin
       denkt, und das wird durch die sozialen Medien noch mal verstärkt, wo
       Freunde und Algorithmen die Nachrichtenauswahl für einen machen. Das ist
       nicht gesund für eine Demokratie. Klar haben auch in Deutschland bestimmte
       Medien bestimmte Präferenzen, aber das ist nicht so ausgeprägt. Und für
       Sendungen wie die „Tagesthemen“, die ja als öffentlich-rechtliches Programm
       von allen finanziert werden, ist es wichtig, keine voreingenommene Agenda
       zu haben. Wir haben da eine besondere Verantwortung.
       
       Ist es überhaupt möglich, unvoreingenommen zu sein? Als in den
       „Tagesthemen“ Bilder von in Budapest am Bahnhof gestrandeten Menschen
       gezeigt wurden, wurden sie auch mit der einen oder anderen Geige unterlegt. 
       
       Es ist schwierig. Als Korrespondent habe ich einen Film über illegale
       Einwanderer in die USA gemacht. Auf dem Weg durch die Wüste haben wir einen
       Crosser aufgelesen, einen jungen Mann aus Guatemala, der sich nach Los
       Angeles durchschlagen wollte und keine Ahnung hatte, wie weit es noch war.
       Wir haben ihm Wasser und Kleidung gegeben, aber die Frage war schon: Können
       wir ihn hier zurücklassen? Natürlich können wir dann nicht so tun, als
       würden wir über den Dingen schweben als Journalisten. Wir wollten aber auch
       nicht die Geschichte verändern, die wir erzählen wollten.
       
       Was haben Sie getan? 
       
       Hätten wir ihn mitgenommen und an der Grenzpolizei vorbei geschleust,
       hätten wir uns strafbar gemacht. Also sind wir weitergefahren, haben dann
       später aber doch dem Sheriff Bescheid gesagt, um nach dem Jungen zu
       schauen. Das Risiko, dass er in der Wüste gestorben wäre, war einfach zu
       groß. Wir konnten nur hoffen, dass er in eine Einrichtung kommt, die
       Einwanderern dann doch eine Chance beschert. Aber ich weiß bis heute nicht,
       was aus ihm geworden ist. Wir müssen generell versuchen, die Dinge so
       unvoreingenommen zu erzählen, wie sie sich unserer Meinung nach darstellen.
       Das ist der Job.
       
       Manche glauben das nicht. Medien wird so misstraut wie anderen
       Institutionen. Donald Trump und die AfD verstehen, damit Politik zu machen.
       
       Natürlich, Donald Trump weiß genau, there is no bad PR. Der weiß, wenn er
       einen steilen Spruch raushaut, kriegt er die Aufmerksamkeit. Ich glaube,
       wir Journalisten sind gut beraten, wenn wir nicht jede Sau durchs Dorf
       jagen, aber wenn das Dorf schon hinterherrennt, ist es schwer,
       zurückzustehen. Dann können wir uns auch nicht verweigern. Die Frage ist
       immer, wie man etwas aufbereitet: Macht man es wie manche Sender in den
       USA, die Donald Trump zu Beginn seiner Kandidatur stundenlang ungefiltert
       eine Bühne gaben? Vielleicht lieber nicht. Der hat Airtime ohne Ende
       bekommen und war dadurch omnipräsent.
       
       Sie schreiben, er habe Narrenfreiheit. Wie kommt das? 
       
       Es gibt Moderatoren, die könnten Pressesprecher von Trump sein. Er läuft
       ungefiltert. Und er spricht, wie alle Populisten, ein Gefühl, eine Stimmung
       an. Es ist schwer, dagegen mit verkopften Fakten anzukommen. Es ist oft
       gegen etwas und selten für etwas. Realitäten werden ausgeblendet. Es ist
       wie ein Wunschkonzert: Wir bauen eine Mauer zu Mexiko. Wir schmeißen elf
       Millionen Illegale raus. Aber die Frage, was das bedeuten würde,
       interessiert schon keinen mehr. Deshalb kann Trump auch sagen, was er will,
       und wenn man zwei Tage später herausfindet, dass er falsch lag, sind wir
       schon drei steile Sprüche weiter.
       
       Wird Trump US-Präsident? 
       
       Ich halte es nicht für ausgeschlossen.
       
       Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass Hillary Clinton haushoch
       gewinnt. 
       
       Dieser Wahlkampf ist kein normaler Wahlkampf. Da ist viel erschüttert
       worden. Es kann nun der größte Erdrutschsieg für die Demokraten seit Barry
       Goldwaters Niederlage in den sechziger Jahren gegen Lyndon B. Johnson sein.
       Dafür spricht vieles. Donald Trump hat so viele Menschen verprellt, dass
       man sich schwer vorstellen kann, dass das noch zu retten ist. Viele
       Republikaner haben schon einen Haken an diese Wahl gemacht, die sagen,
       hoffentlich hat das bald ein Ende und wir sehen uns in vier Jahren wieder.
       In entscheidenden Swing States haben die Demokraten tatsächlich Vorteile.
       Aber Clinton hat bei vielen Wählern ein Glaubwürdigkeitsproblem, da fühlten
       sich viele jetzt bei ihrer verschleierten Lungenentzündung wieder
       bestätigt. Dass Donald Trump trotz der Dinge, die er sagt und tut, immer
       noch in Schlagweite ist und dass Hillary Clintons Vorsprung nach der
       republikanischen Convention, die ja ziemlich verkorkst war, schmilzt – das
       weckt in mir Zweifel. Ich würde mich ungern festlegen.
       
       Jetzt seien Sie nicht so deutsch. Es gibt kein Unentschieden. 
       
       Nee, gibt es ja auch nicht.
       
       Amerikanisch: Wie geht ’s aus? 
       
       Okay, dann sage ich: Hillary schafft es. Aber ich war vor dem Brexit-Votum
       auch sicher, dass es genau anders ausgeht. Und warne nur davor, zu sagen,
       Trump – das kann nicht sein.
       
       Sie ziehen jetzt von Washington nach Hamburg. Braucht Ihre Bleibe einen
       Gartenzaun? 
       
       Ich bin gespannt, ob ich in Deutschland ein Haus ohne Gartenzaun finde. Ich
       kann ihn dann ja gegebenenfalls abreißen. Der Gartenzaun gehört vielleicht
       auch zu Deutschland. Der macht etwas mit einem. Man zieht sich hinter seine
       Burg zurück, auch wenn das gar nicht böse gemeint ist, aber es ist ein
       Signal. Auch in den USA gibt es mal einen Zaun, aber dann ist man echt
       irritiert: Was ist denn jetzt los?
       
       Ist der deutsche Gartenzaun, was in den USA die Schusswaffe ist? 
       
       Nee, was in den USA die Schusswaffe ist, ist in Deutschland das Tempolimit.
       Das ist auch irrational und emotional belegt. Es spricht sehr viel für ein
       Tempolimit, allein aus Umweltschutzgründen, aber es ist emotional in
       Deutschland nicht umsetzbar. Alle anderen europäischen Länder haben es,
       aber wir sträuben uns dagegen.
       
       Nordkorea hat auch keines. 
       
       Dann sind wir ja in bester Gesellschaft.
       
       Was sagt Ihre Frau zu Hamburg? 
       
       Die kann mit Europa gut leben. Da Deutschland sehr europäisch ist, kann sie
       auch gut mit Hamburg leben. Sie hatte vor Washington zehn Jahre nicht mehr
       in den USA gelebt, deshalb war sie das, was die Amerikaner „apprehensive“
       nennen. Das bedeutet so viel wie bedenkenträgerisch. Jedenfalls hatte sie
       Bedenken, wieder nach Amerika zu ziehen. Dann haben wir da die Zelte wieder
       aufgebaut, dann wieder abgerissen und fangen jetzt wieder neu an. Aber das
       hält jung.
       
       Welche Konstanten gibt es in Ihrem internationalen Alltag? 
       
       Hausschuhe. Das ist etwas, womit Amerikaner nichts anfangen können. Die
       fragen sich, was machen die Deutschen da mit ihren Puschen? Und da ich
       keine kalten Füße mag, habe ich im Winter auch Hausschuhe an. Und ich frage
       mich, warum die Amerikaner keine kalten Füße kennen.
       
       Sie sind Korrespondent, arbeiten für die „Tagesthemen“, haben Kinder. Woher
       nehmen Sie die Zeit, ein Buch zu schreiben? 
       
       Ich will nicht sagen, dass ich es unterschätzt habe, aber es war wirklich
       sehr zeitintensiv. Der Vorteil am Korrespondenten-Job in den USA ist
       allerdings die Zeitverschiebung. Denn die letzte ARD-Nachrichtensendung des
       Tages in Deutschland ist das „Nachtmagazin“. Das läuft um 18 Uhr
       US-Ostküstenzeit. Dann hatte ich noch Zeit genug, um nach Hause zu kommen
       und die Kinder ins Bett zu bringen. Und dann noch einen Abend, an dem ich
       das Manuskript vorantreiben konnte. Das war hilfreich. Aber es gingen auch
       viele Wochenenden drauf, an denen die Familie einen Ausflug machen wollte
       und ich sagte: Sorry, ich muss weitermachen.
       
       Sie waren wie alle männlichen „Tagesthemen“-Moderatoren seit 1985 als
       Korrespondent im Ausland. Alle „Tagesthemen“-Moderatorinnen waren das
       nicht. Woran liegt das? 
       
       Wir haben, bevor ich nach Washington ging, genau darüber geredet: Muss man
       das eigentlich, um die „Tagesthemen“ moderieren zu können? Muss man nicht!
       Aber ich glaube, es schadet nicht, als Korrespondent den Blick auf
       Deutschland von außen zu werfen. Voraussetzung ist es jedenfalls nicht.
       
       Aber die Frauen waren nicht im Ausland, die Männer schon. 
       
       Hm. Das ist vielleicht noch so ein alter Stiefel, der nicht aus den Köpfen
       rauszukriegen ist, eine alte Gewohnheit. Ehrlicherweise muss man sagen,
       dass es auch nicht so viele Moderatoren seit 1985 gab. Vier. Friedrichs,
       Wickert, Buhrow, Roth.
       
       Es heißt, Frauen werden gecastet und Männer ernannt. 
       
       Also, ich wurde für meinen Moderationsjob beim ARD-“Nachtmagazin“ auch
       gecastet, wir waren damals sechs Kandidaten. Und die „Tagesthemen“ habe ich
       ja schon als Vertretung moderiert, da konnte man sich schon mal ein Bild
       machen.
       
       Sie haben Barack Obamas Satz „Yes, we can“ in Ihrem Buch mit „Wir schaffen
       das“ übersetzt. Ist Deutschland amerikanischer geworden durch die
       Flüchtlingsfrage? 
       
       Ein Leitartikler aus der Washington Post, Richard Cohen, schrieb: „Die
       deutsche Regierungschefin zeigt amerikanischen Politikern, was es bedeutet,
       amerikanisch zu sein.“ Was die Amerikaner derzeit tun – dass sie aus
       Sicherheitsbedenken so wenige Menschen wie möglich reinlassen –, das ist
       eigentlich sehr unamerikanisch. Die Idee war immer: Es kommen Menschen von
       überall her, und wir schaffen das schon irgendwie. Die Debatte, ob da
       wirklich jetzt die Integration sofort funktioniert, läuft da auch nicht
       sofort an. Die Leute sind dann vielleicht erstmal für sich, in einem Little
       Italy oder in Chinatown, aber das wird schon irgendwie. Und über die
       Jahrzehnte und Jahrhunderte hat man gesehen, dass das ganz gut geklappt
       hat. Da könnten wir uns in Deutschland vielleicht schon eine Scheibe
       abschneiden: Es mag Spannungen und Reibungen geben, aber lasst uns doch mal
       die Chancen sehen, nicht die Risiken.
       
       Wenn Deutschland amerikanischer wird – finden Sie das gut oder schlecht? 
       
       Wenn es bedeutet, dass man Stärke in Vielfalt sucht, so wie die Amerikaner
       das versuchen, dann ist das etwas, was Deutschland gut zu Gesicht steht.
       
       16 Sep 2016
       
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 (DIR) Klaus Raab
       
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