# taz.de -- Kommentar Deutsche Bank: Konkurs, Übernahme, Zerschlagung
       
       > Der Staat sollte der Deutschen Bank helfen. Aber nicht gratis, sondern
       > gegen Aktien. Als Eigentümer könnte er dann Sparten mit Gewinn verkaufen.
       
 (IMG) Bild: Übernahme und Verkauf der deutschen Bank könnten für Deutschland lukrativ sein
       
       Noch ist es nur ein hypothetisches Wenn: Was wäre, wenn die Deutsche Bank
       tatsächlich pleite ist? Sollte der Staat das Institut dann retten? Oder
       wäre es besser, die Sparer und Gläubiger heranzuziehen?
       
       Diese Fragen und Spekulationen kommen deshalb gerade jetzt auf, weil die
       Deutsche Bank an vielen Fronten gleichzeitig kämpft. Ihre Gewinne
       schrumpfen – zudem [1][verlangen die USA eine Buße von 14 Milliarden
       Dollar], weil die Bank vor der Finanzkrise windige Hypothekenpapiere
       erfunden und vertrieben hat.
       
       Zwar dürfte die Deutsche Bank am Ende deutlich weniger als 14 Milliarden
       zahlen, aber dennoch zeigt der Streit mit den USA erneut: Das größte
       Kreditinstitut Deutschlands ist völlig marode. Auch wenn die Pleite nicht
       unmittelbar droht, ist es doch richtig, sich schon einmal vorsorglich mit
       dem Ernstfall namens Konkurs zu befassen.
       
       Viele Zuschauer sind erfreut darüber, dass die Doppeltürme in Frankfurt
       endlich wanken. Diese Häme ist zu verstehen: Es war und ist unerträglich,
       dass die Investmentbanker hohe Gehälter und Boni beanspruchen, obwohl sie
       vor allem Schäden hinterlassen.
       
       Trotzdem wäre es keine gute Idee, die Deutsche Bank in eine klassische
       Insolvenz zu schicken. Der Konkurs von Lehman Brothers ist eine Warnung:
       Der Zusammenbruch dieser kleinen Investmentbank hat 2008 ein solches Chaos
       hinterlassen, dass es weltweit zu einer schweren Wirtschaftskrise kam.
       
       Der Staat muss also einspringen, falls die Deutsche Bank in Schieflage
       geraten sollte. Aber diese Hilfe darf diesmal nicht gratis sein, sondern
       muss mit Aktien vergütet werden. Der Staat würde so zum Eigentümer der Bank
       – und könnte sie in aller Ruhe abwickeln, die Investmentabteilungen
       schließen und die profitablen Sparten wie etwa die Vermögensverwaltung
       meistbietend veräußern. Für den Finanzminister wäre diese Rettungsaktion
       sogar ein gutes Geschäft.
       
       27 Sep 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Nach-Strafen-durch-US-Justiz/!5343781
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ulrike Herrmann
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Deutsche Bank
 (DIR) Banken
 (DIR) Übernahme
 (DIR) Deutsche Bank
 (DIR) Wirtschaftskrise
 (DIR) Deutsche Bank
 (DIR) Schwerpunkt Finanzkrise
 (DIR) Commerzbank
 (DIR) Immobilienkrise
 (DIR) Deutsche Bank
 (DIR) Deutsche Bank
 (DIR) Deutsche Bank
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Strafe gegen Deutsche Bank: Die Achse der Abzocker
       
       Die Deutsche Bank rückt im Schurkenranking auf Platz vier auf. Sie muss
       wegen illegaler Geschäfte vor der Finanzkrise 7,2 Milliarden Dollar zahlen.
       
 (DIR) Verluste der deutschen Banken: Auf der Spur des verlorenen Geldes
       
       Ein gigantischer Teil des deutschen Auslandsvermögens hat sich in Luft
       aufgelöst. Der Grund: Es geht der Exportwirtschaft zu gut.
       
 (DIR) Finanzexpertin über die Deutsche Bank: „Die Rosinenpickerei ist vorbei“
       
       Die Deutsche Bank muss ihr Geschäftsmodell ändern, sagt
       DIW-Forschungsdirektorin Dorothea Schäfer. Erst dann werde sie für die
       Investoren wieder glaubwürdig.
       
 (DIR) Neuer Job für Ex-Finanzminister: Steinbrück geht unter die Banker
       
       Einst galt er als harter Kritiker der Banken – jetzt wechselt er die
       Seiten. Ex-Finanzminister Peer Steinbrück berät künftig ING-DiBa.
       
 (DIR) Debatte Banken und Finanzmärkte: Werdet wieder Sparkassen!
       
       Die Krise ist noch nicht vorbei. Die Banken haben die härtesten Zeiten noch
       vor sich. Das zeigt sich besonders am Beispiel der Deutschen Bank.
       
 (DIR) Nach Strafen durch US-Justiz: Deutsche Bank im freien Fall
       
       Nachdem die Deutsche Bank für unsaubere Immobilien-Geschäfte von den USA
       abgestraft wurde, stürzen ihre Aktien ab. Staatshilfen schließt Merkel aber
       aus.
       
 (DIR) Hypothekendeals der Deutschen Bank: US-Justiz fordert 14 Milliarden Dollar
       
       Der Deutschen Bank wird vorgeworfen, mit ihren Geschäften zur Finanzkrise
       beigetragen zu haben. Jetzt soll sie dafür zahlen.
       
 (DIR) Aktionäre der Deutschen Bank: Keine Mega-Boni für Bankchefs
       
       Die Anteilseigner der Deutschen Bank verweigern dem Aufsichtsrat die
       Gefolgschaft. Sie sorgen sich um die Zukunft des Geldhauses.
       
 (DIR) Deutsche Bank und Finanzkriminalität: Probleme bei Kontrollen
       
       Wieder Ärger für die Deutsche Bank: Kurz nachdem der umstrittene
       Chefaufklärer im Aufsichtsrat der Bank aufgegeben hat, räumt die Bank
       Versäumnisse ein.