# taz.de -- Tote in alternativer Krebspraxis: Die Patienten des Heilpraktikers
       
       > Drei Krebspatienten eines Heilpraktikers sind gestorben. Der Staatsanwalt
       > sagt: Noch ist nicht klar, ob es an dem Medikament gelegen hat, das sie
       > bekamen.
       
 (IMG) Bild: Ermittelt wegen der Todesfälle: Oberstaatsanwalt Stahl in Mönchengladbach
       
       Mönchengladbach dpa | Nach dem Tod von drei Patienten einer alternativen
       Krebs-Praxis am Niederrhein konzentrieren sich die Ermittler auf den
       Behandlungs-Wirkstoff „3-Bromopyruvat“ (3-BP). „Es gibt die Arbeitsthese,
       dass mit dem Wirkstoff etwas nicht in Ordnung war“, sagte Oberstaatsanwalt
       Axel Stahl am Freitag in Mönchengladbach. Möglicherweise sei der Stoff
       verunreinigt oder nicht richtig dosiert gewesen.
       
       Der Heilpraktiker und Praxisinhaber, gegen den ermittelt wird, habe den
       Wirkstoff aber verwenden dürfen. „3-Bromopyruvat ist ein experimenteller
       Wirkstoff, der weltweit in der Tumortherapie eingesetzt wird“, sagte Stahl.
       
       Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Betreiber der Praxis in Brüggen
       im deutsch-niederländischen Grenzgebiet wegen fahrlässiger Tötung in drei
       Fällen und fahrlässiger Körperverletzung in zwei Fällen: Zwei Patienten
       werden diesen Angaben zufolge nach lebensbedrohlichen Beschwerden noch
       ärztlich behandelt.
       
       Insgesamt seien 69 Patienten der Praxis gestorben. Die Ermittler prüften,
       ob es einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und einer Behandlung mit
       dem Präparat gegeben haben könne, sagte Stahl. Dazu befragten
       niederländische Beamte die Angehörigen der Gestorbenen. Die Praxis wurde
       vor allem von niederländischen Patienten aufgesucht. Eine Exhumierung der
       Toten sei jetzt kein Thema, widersprach Stahl früheren Medienberichten.
       
       Einem Großteil der Patienten, die sich in der Praxis in Brüggen behandeln
       ließen, konnte nach Angaben der Staatsanwaltschaft aus schulmedizinischer
       Sicht nicht mehr geholfen werden.
       
       Es gibt noch keine endgültigen Obduktionsergebnisse der Ende Juli
       gestorbenen drei Patienten, deren Tod die Ermittlungen ins Rollen brachte.
       Die Ermittler warten auf die Ergebnisse pharmakologischer und
       toxikologischer Ergänzungsuntersuchungen. Die Ermittler sind aber
       skeptisch, dass 3-BP nach dieser Zeit noch nachweisbar ist.
       
       26 Aug 2016
       
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