# taz.de -- Die Kritik: Gonna catch em all?
       
 (IMG) Bild: Am Pokémon-Hype wollen alle mitverdienen
       
       WAS SAGT UNS DAS? Mit Poké Match gibt es jetzt eine Dating-App für
       Pokémon-Go-SpielerInnen. Wirklich?
       
       Pokémon Go ist die derzeit beliebteste Handy-Anwendung. In weniger als
       einem Monat hat sie es auf Platz eins der App-Charts geschafft. Davon
       wollen auch andere Programmierer profitieren. Seit vergangenem Mittwoch ist
       deshalb eine weitere App auf dem Markt. Eine Dating-App namens Poké Match –
       angeblich angelehnt an das beliebte Spiel, bei dem man an realen Orten
       virtuelle Fantasietierchen fangen muss.
       
       Auf den ersten Blick scheint die neue Dating-App eine Verschmelzung von
       Tinder und Pokémon Go zu sein. Ein Werbevideo erweckt den Eindruck,
       Pokémon-Go-Fans könnten mit ein und derselben App sowohl Pokémons jagen als
       auch Dates klar machen. Oder nach einem Date suchen und dabei Pokémon
       jagen. Aber in Wahrheit ist alles ganz anders.
       
       Die beiden Apps haben rein gar nichts miteinander zu tun. Pokémon-Go-User,
       die auf der Jagd sind, in einer Arena kämpfen oder einen Club unterhalten,
       müssen die Original-App schließen, um Poké Match öffnen zu können. Die
       Dating-App funktioniert dann genauso wie andere auch: rechts wischen für
       Ja, links wischen für Nein. Erst wenn zwei User beim Profil des jeweils
       anderen nach rechts wischen, ploppt ein gemeinsamer Chat auf. Bis dahin
       sind in der Original-App längst alle Pokémon entwischt.
       
       Wer in der Dating-App ein Profil erstellt, kann entscheiden, ob er Männer,
       Frauen oder beides sucht. So einfach fangen wie bei der Pokémon-App kann er
       sich nur leider nicht. Da gelten dieselben komplizierten Datingregeln wie
       sonst auch.
       
       „Gonna catch em all“ gilt hier also leider nicht – egal, wie hoch das Level
       des Pokémon-Jägers ist. Mustafa Aldabbas
       
       1 Aug 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Mustafa Aldabbas
       
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