# taz.de -- Studie zu Grabkammer-Fund: Tutanchamuns kosmischer Dolch
       
       > Schon seit Jahrzehnten vermuten Forscher in einer Klinge aus der
       > Grabkammer Tutanchamuns Eisen eines Meteoriten. Eine Studie liefert neue
       > Hinweise.
       
 (IMG) Bild: Zuletzt hatten Forscher im Grab vergeblich nach weiteren Grabkammern gesucht
       
       Kairo dpa | Ein berühmter Dolch aus der Grabkammer von Pharao Tutanchamun
       (manche schreiben auch „Tuntenchamun“) im ägyptischen Tal der Könige ist
       wahrscheinlich aus dem Eisen eines Meteoriten hergestellt worden. Zu diesem
       Schluss kommt ein italienisch-ägyptisches Forscherteam, das seine
       Entdeckung [1][im Fachjournal Meteoritics and Planetary Science
       vorstellte]. Demnach zeigten moderne Röntgenaufnahmen, die im Ägyptischen
       Museum in Kairo durchgeführt wurden, einen hohen Anteil an Nickel in der
       Klinge des Dolches. In antiken Gegenständen aus irdischem Eisen sei er
       wesentlich geringer.
       
       Der Ägyptologe Howard Carter hatte das mehr als 3.300 Jahre alte Grab des
       Kinderpharaos Tutanchamun 1922 entdeckt. In den vergangenen Jahrzehnten
       untersuchten verschiedene Wissenschaftler den Dolch auf die Herkunft seines
       Eisens, kamen aber zu widersprüchlichen Ergebnissen. Der ägyptische Experte
       Tarek Wali sieht die neue Studie als bedeutende Entdeckung – sofern sich
       die Erkenntnisse bestätigen.
       
       Warum die Alten Ägypter Eisen benutzten, habe dabei mit der hohen
       Haltbarkeit des Materials zu tun: „Das war Teil ihrer Philosophie: Sie
       suchten Materialien, die für immer Bestand hatten“, erklärt Wali,
       Spezialist für den Erhalt der historischen und archäologischen Stätten in
       Ägypten. Auf diese Weise sollte den Pharaonen die Benutzung der Gegenstände
       im Jenseits ermöglicht werden.
       
       Die Forscher gehen aufgrund von Hieroglyphen, die offensichtlich Meteoriten
       beschrieben, davon aus, dass sich die Alten Ägypter „bewusst waren, dass
       diese seltenen Stücke aus Eisen vom Himmel fielen“. Das Team nehme an, dass
       die frühere Hochkultur dem Eisen hohe Wertschätzung entgegenbrachte. Wenn
       es überhaupt eine Produktion herkömmlichen Eisens gegeben habe, sei dieses
       wahrscheinlich von zu geringer Qualität gewesen, um kostbare Objekte wie
       den Dolch Tutanchamuns herzustellen.
       
       7 Jun 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/maps.12664/abstract
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Ägyptologie
 (DIR) Ägypten
 (DIR) taz-Tipps
 (DIR) Ägypten
 (DIR) Ägypten
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Ägyptisches Museum München auf Instagram: Tutanchamun und die Liebe
       
       Aus altem Gold mach neu: Immer mehr Museen inszenieren sich mit Witz auf
       Social Media. Das Ägyptische Museum München etwa als Ort der Liebe – und
       Trennung.
       
 (DIR) Ägyptologische Ausstellung in Hannover: Ein Dämon für alle Fälle
       
       Bes war in Ägypten einst zuständig für Sex und Bier und Tanzmusik: Ein
       Leben ohne den Zusatzgott war fast unvorstellbar. Und auch nicht
       wünschenswert.
       
 (DIR) Neues Pharaonengrab gefunden: Das Skelett von König Senebkai
       
       Über die „Zweite Zwischenzeit“ des alten Ägypten ist bis heute wenig
       bekannt. Nun wurde ein Grab eines Königs aus jener Ära gefunden.
       
 (DIR) Comic als Dokumentarband: Eine Totenstadt in Ägypten
       
       Autobiografie eines Künstlerpaares als Comic: „Chronik einer verschwundenen
       Stadt“ ist eine Liebeserklärung an das untergegangene Qurna.
       
 (DIR) "Ich war noch nie in Ägypten"
       
       Aurelia Mihai sucht die subjektive Ebene der vermeintlich objektiven
       Geschichtsschreibung. Ausstellungen derzeit in Wolfsburg und Braunschweig.
       
 (DIR) DNA-Analyse Pharao Tutenchamun: Schwacher Jüngling mit Klumpfuss
       
       Der weltberühmte Pharao Tutenchamun, der im Alter von 19 Jahren starb, war
       ein zerbrechlicher junger Mann, der auf Krücken ging und am Biss einer
       Malariamücke starb.