# taz.de -- Kommentar zum Koalitionskrach: Typisch Hamburger SPD
       
       > Kommentar von Gernot Knödler über grüne Akzente beim Wohnungsbauprogramm
       
 (IMG) Bild: Wird nicht bebaut, weil von Grün gerettet: Wiesen in Altengamme
       
       Bürgermeister Olaf Scholz und seine SPD haben den Grünen mal wieder
       gezeigt, wo der Hammer hängt. Scholz ließ seine Stadtentwicklungssenatorin
       Dorothee Stapelfeldt (SPD) das Bündnis für das Wohnen vorstellen, ohne dass
       es zuvor mit dem grünen Umweltsenator Jens Kerstan abgestimmt worden wäre.
       Damit hat er diesen düpiert.
       
       Schlimmer noch: Er hat die Grünen als Koalitionspartner vorgeführt. Denn
       noch an dem Tag, an dem der Abschluss des Bündnisses verkündet wurde, ging
       damit nicht nur die Bürgerschaftsfraktion der SPD an die Öffentlichkeit,
       sondern auch die der Grünen. Abstimmung mit Kerstan? Offenbar Fehlanzeige!
       Der Vorgang erinnert an die Zeit der ersten rot-grünen Koalition um die
       Jahrtausendwende, als die SPD ihre langjährige Regierungserfahrung und
       Verankerung im Apparat gnadenlos nutzte, um die Grünen über den Tisch zu
       ziehen.
       
       Natürlich hat Scholz stets klar gemacht, dass das Thema Wohnungsbau für ihn
       oberste Priorität hat. Damit hat er die Wahl gewonnen und mit dem Zustrom
       von Flüchtlingen hat das Thema zusätzlich an Brisanz gewonnen. Mit der
       Vorstellung des Bündnisses hat Scholz einen Pflock eingeschlagen, der sich
       zwar noch ein bisschen zurecht rütteln, aber nicht mehr herausziehen lässt.
       
       Der Naturschutzbund (Nabu) hat schon Ende April davor gewarnt, dass bei dem
       Bauprogramm Natur und Landschaft auf der Strecke bleiben könnten.
       Mittlerweile spricht er von einem „Angriff auf den Naturhaushalt“ und der
       Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) warnt vor einer „enormen
       Flächenversiegelung“ und unzureichendem Klimaschutz.
       
       Kerstan ist reichlich spät eingefallen, dass er sich um das Thema kümmern
       sollte, wenn er nicht einen wichtigen Teil der grünen Klientel verprellen
       will. Mit der jetzt getroffenen Vereinbarung zwischen Stadtentwicklungs-
       und Umweltbehörde hat er gerade noch mal die Kurve gekriegt.
       
       17 May 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gernot Knödler
       
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