# taz.de -- Aus für Hamburg Freezers: Plektrum statt Puck
       
       > Eigentümer der Hamburg Freezers zieht sich endgültig zurück – es ist aus
       > mit dem hiesigen Profi-Eishockey. Für die Spielstätte gibt es schon eine
       > lukrativere Idee.
       
 (IMG) Bild: Freezers sind raus: In der Barclaycard Arena soll künftig nicht mehr Eishockey geguckt, sondern gefeiert werden
       
       Aus und vorbei: Die Anschutz Entertainment Group (AEG), Eigner der Hamburg
       Freezers, hat bis Dienstag um Mitternacht keine Lizenz für die Deutsche
       Eishockey Liga (DEL) beantragt und damit ist das Profi-Eishockey-Team
       Geschichte.
       
       Mit Tränen in den Augen trat Freezers-Geschäftsführer Uwe Frommhold kurz
       vor Ablauf der Frist um 23.14 Uhr vor die Tür der Geschäftsstelle, um das
       Ende zu verkünden – und rührte die rund 200 ausharrenden Fans zu Tränen.
       
       „Wir sind unfassbar sprachlos und traurig“, twitterte der scheidende
       Freezers-Kapitän Christoph Schubert, der eine Spendenkampagne initiiert
       hatte. Innerhalb von vier Tagen spendeten über die Internet-Plattform
       Fairplaid 3.319 Menschen 532.952 Euro. Ein möglicher Hauptsponsor sicherte
       zu, zehn Jahre lang 550.000 Euro pro Saison zahlen zu wollen. Wer möchte,
       erhält nun seine Spende zurück.
       
       „Leider haben wir keinen strategischen Partner gefunden, der die Freezers
       übernimmt und AEG von der Aufgabe befreit hätte, zwei Teams in einer Liga
       zu betreiben“, ließ AEG-Europa-Präsident Tom Miserendino via
       Pressemitteilung wissen. Neben den Freezers finanziert das Unternehmen auch
       die erfolgreicheren Eisbären Berlin. Miserendino bezeichnete die Resonanz
       auf das Crowdfunding und die Unterstützung aus der Wirtschaft als „wirklich
       erstaunlich“. Doch die „erhebliche Unterdeckung des Budgets“ wäre
       geblieben, monierte er. Die AEG setzte pro Saison rund 2,5 Millionen Euro
       zu.
       
       „Wir gehen nicht in Insolvenz, wir stellen nur den Spielbetrieb ein“,
       erklärte Freezers-Sprecher Sebastian Stolz. Auch für die unteren Ligen
       werden die Freezers, anders als etwa die HSV-Handballer, kein Team melden.
       Lediglich ein Engagement in der Deutschen Nachwuchsliga (DNL), in
       Kooperation mit dem HSV, ist denkbar, wenn auch noch nicht beschlossene
       Sache. Auf deren Website prangte schon vor dem Freezers-Aus der Slogan:
       „Eishockey spielt nur der HSV“.
       
       Am wenigsten Sorgen um ihre Zukunft müssen sich die 20 Profis machen, die
       meisten werden bei anderen Vereinen unterkommen. Den 20
       Geschäftsstellen-Mitarbeitern aber droht der Gang zum Arbeitsamt.
       
       Auch für die AEG hat das Aus des Profi-Eishockeys finanzielle Konsequenzen,
       denn das Unternehmen besitzt und betreibt die bisherige Heimstätte der
       Freezers, die Barclaycard-Arena. Nach der Insolvenz der Handballer des HSV
       Hamburg und dem Aus der Freezers wird die Auslastung der Halle sinken. „Es
       muss sich niemand um die Zukunft der Arena Sorgen machen“, sagt Frommhold,
       bislang Geschäftsführer der Freezers und der Arena in Personalunion. „Wir
       können jetzt bessere Daten anbieten, weil die vom Sport benötigten
       Wochenendtermine auch für Konzerte optimal sind.“ Und die sind lukrativer
       als das Minus-Geschäft mit den Freezers.
       
       25 May 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Marco Carini
       
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