# taz.de -- Bürgerprotest und Gewalt von rechts
       
       > Anti-Anti-Kohle Wiederholt werden die AktivistInnen von „Ende Gelände!“
       > von Kohlebefürwortern und Rechten angegriffen
       
       WELZOW/PROSCHIM taz | Während es mit der Polizei kaum Konflikte gab,
       mussten sich die Klima-AktivistInnen in der Lausitz am Wochenende mit
       anderen Gegnern auseinandersetzen. Immer wieder kam es zu Pöbeleien durch
       Anwohner sowie zu teils massiven Übergriffen durch Rechtsextreme.
       
       Am Samstagabend hatten sich nach einem spontanen Aufruf auf Facebook über
       1.000 Menschen vor dem Kraftwerk „Schwarze Pumpe“ in Spremberg versammelt,
       um gegen dessen Erstürmung durch Klima-Aktivisten zu protestieren. Unter
       ihnen waren viele Vattenfall-Arbeiter und Gewerkschafter mit IG-BCE-Fahnen.
       Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrich Freese beteiligte sich (siehe
       Interview rechts). Als die Teilnehmer anschließend an Klimaaktivisten
       vorbeikamen, die nach der Kraftwerkserstürmung in einem Polizeikessel
       saßen, flog nach Aussage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Annalena
       Baerbock ein Knallkörper auf die Kohlegegner.
       
       Im Anschluss an die Demonstration kam es in unmittelbarer Nähe zu einer
       Auseinandersetzung, als Rechtsextreme versuchten, zur Schienenblockade vor
       dem Kraftwerk vorzudringen und Klimaaktivisten bedrohten. Auch das Fahrzeug
       der taz, das als solches gekennzeichnet war, wurde von einer Menschenmenge
       attackiert und musste von der Polizei geschützt werden. Später versuchte
       ein Fahrzeug mit lokalem Kennzeichen, den taz-Bus von der Straße zu
       drängen.
       
       Auch im weiteren Verlauf des Wochenendes kam es zu tätlichen Übergriffen
       durch Rechte. Eine Mahnwache in Terpe, an der die Fahrräder von
       Klimaaktivisten bewacht wurden, wurde in der Nacht von etwa zehn Männern
       mit Eisenstangen angegriffen, berichten Augenzeugen. Die Umweltaktivisten
       konnten im letzten Moment fliehen. In der Nacht zu Montag griffen
       Rechtsextreme nach Aussagen des Bündnisses „Ende Gelände“ auch das
       Protestcamp an. Mindestens zwei Klimaaktivisten seien zusammengeschlagen
       worden, eine Person wurde in die Klinik gebracht. Diese Aktion wurde – im
       Gegensatz zu den anderen Vorfällen – auch von der Polizei bestätigt.
       
       Die Beamten hätten Platzverweise gegen 57 Personen erteilt, die überwiegend
       „der rechten Szene zuzuordnen und zum Teil auch der Polizei als Straftäter
       rechtsmotiviert bekannt“ gewesen seien, teilte die Polizei Cottbus mit.
       
       Malte Kreutzfeldt 
       
       Martin Kaul
       
       17 May 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Malte Kreutzfeldt
 (DIR) Martin Kaul
       
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