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       > Politische Arbeit Die Vielfalt-Mediathek bietet kostenlos Material zu
       > Rassismus und Rechtsextremismus an. Ihre Mitarbeiter beraten auch und
       > halten Vorträge
       
       Rassismus, Antisemitismus, Rechtsextremismus: das sind die Themen der
       „Vielfalt-Mediathek“. Über 2.200 Materialien und Publikationen stehen dort
       bereit, als Download oder zum Ausleihen. „Die Mediathek richtet sich an
       pädagogische MultiplikatorInnen“, sagt Mathis Blome, einer von drei
       ReferentInnen des Projekts, das seinen Sitz in Düsseldorf hat. „Darunter
       sind natürlich Bildungsträger, aber auch Schulen, SozialarbeiterInnen und
       Ehrenamtliche.“
       
       Das Konzept ist denkbar einfach: Ohne Anmeldung oder Registrierung können
       NutzerInnen nach Materialien für ihre Bildungsarbeit suchen, etwa zum Thema
       Nationalsozialismus oder Antiziganismus. Bei den Publikationen handelt es
       sich um pädagogische Übungen, aber auch um Hintergrundinformationen. Es
       gibt eine Online-Suchfunktion, die MitarbeiterInnen beraten die NutzerInnen
       aber auch gerne direkt, damit diese geeignete Materialien finden, oder sie
       suchen auch mal Material zusammen.
       
       Den Publikationen gemeinsam ist, dass sie von Bundesprojekten wie „Jugend
       für Toleranz“ oder „Demokratie leben!“ gefördert wurden. Eine solche
       Förderung ist sogar Voraussetzung für die Veröffentlichung neuer
       Materialien in der Mediathek. „Wir haben unterschiedliche Rubriken“, sagt
       Referent Blome. Eine potenzielle Publikation müsse in eine der Rubriken
       passen.
       
       „Momentan können wir einen Anstieg unserer Download- und Ausleihzahlen bei
       dem Thema Flucht und Asyl verzeichnen“, sagt Blome. Das Verhältnis von
       Download und physischen Ausleihen halte sich „die Waage“. Die
       publizierenden Bildungsträger stellten aber vermehrt PDFs zur Verfügung,
       wodurch die Downloadzahlen steigen würden.
       
       Ein Beispiel ist die Broschüre „Von Frei.Wild bis Rechtsrock – (Jugend)
       Musikszene in Schleswig-Holstein“. Die 39-seitige Publikation widmet sich
       umfassend der Rechtsrockszene, ihren Codes und Ursprüngen. Im Mittelpunkt
       steht die Rechtsrockband „Words of Anger“, die mit Songs wie „Rudolf Hess“
       oder „88 Rock´n´Roll“ in rechtsradikalen Kreisen erfolgreich ist. Außerdem
       sind in dem Reader auch Kontaktadressen für Beratungsstellen gegen
       Rechtsradikalismus zu finden. Die Broschüre wurde von der „Aktion Kinder-
       und Jugendschutz Schleswig-Holstein“ erstellt, ein freier Verein für
       Jugendhilfe des Bundeslandes.
       
       Ebenfalls in der Mediathek zu finden sind bundesländerspezifische Dossiers
       zu rechtsextremistischen Websites. Die von „jungendschutz.net“
       veröffentlichten Dokumente geben Hinweise auf rechte Aktivitäten im Netz,
       etwa in Niedersachsen: 2012 gab es in dem Bundesland dreizehn
       Online-Versandhändler mit klar rechtsradikalem Bezug. Auch heute ist eine
       dieser Websites noch online: „Streetwear Tosted“ vertreibt T-Shirts mit
       Sprüchen wie „Abschiebe Spezialist“ oder die Marke „Ansgar Aryan“.
       
       Neben kompletten Readern sind in der Vielfalt-Mediathek auch kurze Flyer
       enthalten, etwa ein achtseitiges Informationsblatt von „pro aktiv gegen
       rechts“, einer mobilen Beratung in Bremen und Bremerhaven. Die kleine
       Broschüre informiert über Fluchtgründe und Lebensrealitäten von
       Flüchtlingen, diskutiert aber auch Fragen der Unterbringung. Dabei spricht
       die Broschüre die LeserInnen direkt an.
       
       „Es gab bisher nur positives Feedback, hauptsächlich von
       MultiplikatorInnen“, sagt Projektreferent Blome. Die Vielfalt-Mediathek
       gebe es unter diesem Namen seit 2010, online sei sie schon seit 2006,
       damals noch unter dem Namen „Projekt Archiv“.
       
       Hinter der Mediathek stehen das „Informations- und Dokumentationszentrum
       für Antirassismusarbeit“, kurz IDA, und das DGB-Bildungswerk. Zuständig für
       die Website und die Materialrecherche sei das IDA, sagt Blome. Die Ausleihe
       und Lagerung von physischen Publikationen übernehme das DGB-Bildungswerk.
       
       Das IDA ist ein gemeinnütziger Verein, der sich aus 29 Mitgliederverbänden
       zusammensetzt, darunter das Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt oder die
       Arbeiter-Samariter-Jugend. Das Zentrum informiert über Rassismus oder
       Diversität und dokumentiert Beobachtungen und Entwicklungen zu diesen
       Themen. Darüber hinaus vermittelt es ReferentInnen für Veranstaltungen oder
       berät beim Aufbau von Projekten.. Jannik Sohn
       
       [1][Die Mediathek ist unter www.vielfalt-mediathek.de erreichbar.] 
       
       [2][Infos über das IDA sind unter www.idaev.de/ zu finden].
       
       7 May 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.vielfalt-mediathek.de
 (DIR) [2] http://www.idaev.de/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jannik Sohn
       
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