# taz.de -- Walsterben an der Nordseeküste im Januar: Gestrandet wegen Kalmar-Hunger
       
       > Im Januar strandeten etwa 30 Pottwale an der Nordseeküste. Lange war
       > unklar, warum. Nun vermutet man, dass es am Appetit auf Kalmare lag.
       
 (IMG) Bild: Dieser Pottwal wurde im Januar 2016 mit einem Autokran aus der Nordsee in Wilhelmshaven gehievt.
       
       Kiel dpa | Bei der Analyse des Mageninhalts von 13 an der Nordseeküste
       verendeten Pottwalen haben Kieler Meeresforscher 110.490
       Tintenfisch-Schnäbel entdeckt. Das sind die unverdaulichen Ober- und
       Unterkiefer von Kalmaren, der Lieblingsspeise der Pottwale, sagte
       Meeresbiologe Uwe Piatkowski vom Kieler Geomar Helmholtz-Zentrum für
       Ozeanforschung der Deutschen Presse-Agentur. Er glaubt, dass die heftigen
       Stürme im Nordostatlantik im Januar die Tiere in die Nordsee verleitet
       haben.
       
       „Diese Stürme haben Wassermassen nach Süden getrieben und damit unter
       Umständen auch die Beute der Tiere – die Kalmare“, sagte Piatkowski. Denen
       [1][schwammen die Tiere Anfang des Jahres] offenbar hinterher. In den
       flachen Gewässern der Nordsee gerieten sie dann in die ernste und letztlich
       tödliche Lage. Außerdem entdeckten die Forscher in den Mägen der Wale
       zahlreiche Fischknochen.
       
       Seit Anfang des Jahres waren nach Angaben der Nationalparkverwaltung
       Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer rund 30 Jungwale in der südlichen
       Nordsee verendet, darunter alleine 13 an der schleswig-holsteinischen
       Küste. Aber auch in Niedersachsen, den Niederlanden, in Großbritannien und
       in Frankreich verendeten Pottwale.
       
       Dass die [2][10 bis 15 Meter langen Tiere] im Nordseeraum stranden, ist
       nicht der erste Fall. So strandeten 1997 13 Pottwale vor der dänischen
       Insel Röm. Anfang Januar 1998 wurden drei Pottwale an der
       schleswig-holsteinischen Küste gefunden.
       
       Durch ihr hohes Gewicht könnten die Pottwale meist nicht gerettet werden
       und finden nach dem Tod eine andere Verwendung, [3][sagte Walforscher
       Harald Benke der taz Anfang Februar]. „Einige Exemplare werden an
       tierärztliche Hochschulen und Universitäten gehen, eines auch an das
       Deutsche Meeresmuseum in Stralsund“, sagte er.
       
       13 Mar 2016
       
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