# taz.de -- Es darf offiziell gefeiert werden
       
       > Beschluss Freiluftpartys sollen künftig durch eine eigene gesetzliche
       > Regelung legal sein
       
       Sehnsüchtig wartet Bremen auf den Sommer und die Feiergemeinde auf den
       Start der „Freiluftparty“-Saison: „Open Airs“ sind ab jetzt nicht mehr
       illegal. Auf eine große Anfrage der Linksfraktion hin reagierten SPD und
       Grüne im Dezember mit einer Partyregelung: Der Gesetzesentwurf, das
       „Freiluftpartygesetz“, ist nun von der Deputation für Inneres angenommen.
       Ein Erfolg für die Subkultur – oder doch nicht?
       
       Bevor die Musikanlage aufgedreht und das Kaltgetränk ausgeschenkt werden
       kann, müssen erst mal die Vorschriften gelesen werden. Eine spontane
       Freiluftparty kann mindestens eine Woche und muss spätestens 24 Stunden
       vorher angemeldet werden. Ausgenommen bei der Frist sind Wochenend- und
       Feiertage, an denen die meisten Partys stattfinden. Drei Kontaktpersonen
       und der Ort der Veranstaltung müssen angegeben werden. Ausgenommen sind
       Naturschutzgebiete, der Bürgerpark oder Gebiete, in denen Verkehr oder
       Betriebe aufgehalten werden könnten. Will sagen: Nur solange nichts und
       niemand gestört wird und am nächsten Tag alles wieder aufgeräumt ist – ist
       Feiern erlaubt.
       
       Die Größe der Partys hätte laut SPD und Grünen-Fraktionen in der
       Vergangenheit zu mehr Konflikten zwischen Polizei und Veranstaltern
       geführt. Deshalb darf nun die Zahl von 300 Gästen nicht überschritten
       werden. Praxisfern findet das Miriam Strunge (Die Linke): So sei
       zweifelhaft, ob es auf einer offenen Fläche möglich ist, zu sagen, wer zur
       Party dazugehört und wer nicht. Immerhin bedeute der Gesetzentwurf aber
       einen „Fortschritt, auch wenn unser Fortschritt anders aussehen würde“. Die
       Linksfraktion hätte ein Laissez-faire Prinzip gewollt und keinen
       Kontrollzwang. „Wir wollen, dass die Menschen einfach feiern können, ohne
       polizeiliche Repression“. Bedauerlich sei aber die kurze Probezeit bis
       Dezember 2016. Das bedeute: Feiergemeinde benehmt euch, sonst werdet ihr
       wieder illegal. leandra hanke
       
       14 Mar 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Leandra Hanke
       
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