# taz.de -- heute in Bremen: "Wehren kann sich jede"
       
       > DISKUSSION Magda Albrecht spricht mit anderen Feministinnen über sinkende
       > Hemmschwellen
       
       taz: Frau Albrecht, in der Talkrunde geht es darum, wie Sexismus im Netz
       gestoppt werden kann. Wo und wie begegnet Frau Sexismus im Netz? 
       
       Magda Albrecht: Sexismus und andere Formen von Diskriminierung zeigen sich
       in meist anonymen Hasskommentaren in Blogs und sozialen Netzwerken sowie in
       E-Mails mit Gewaltandrohungen bis zu Shitstorms gegen Aktivist_innen. Die
       Anonymität im Netz und mangelnde rechtliche Handhabe machen die Verfolgung
       schwierig, was allerdings nicht erst seit Snapchat oder Instagram so ist.
       
       Sind sexistische Attacken vor allem im Internet ein Problem? 
       
       Das Argument, dass es im Netz ganz besonders schlimm ist, während wir
       gesellschaftlich doch viel progressiver sind, teile ich nicht. Das
       Miteinander im Netz ist ein Spiegel gesellschaftlicher Verhältnisse und
       zeigt sich lediglich an einigen Stellen besonders drastisch, weil die
       Hemmschwelle sinkt, antifeministische Überzeugungen anonym zu teilen.
       Diskriminierung zeigt sich im Netz aber auch subtiler, nämlich dadurch, wer
       gehört wird und zu welchen Themen.
       
       ..inwiefern? 
       
       Weiße Männer bekommen zum Beispiel öfter Applaus, wenn sie sich minimal
       feministisch äußern, während Frauen_Lesben_Trans anonyme Beleidigungen
       erhalten.
       
       Wie sind Ihre persönlichen Erfahrungen? 
       
       Als feministische Bloggerin habe ich bereits die gesamte Bandbreite an
       nervigen Kommentaren abbekommen: Replies auf Twitter, diskriminierende
       Kommentare auf dem Blog, auf dem ich schreibe – [1][maedchenmannschaft.net]
       – anonym versendete Mails mit Gewaltandrohungen oder Masku-Trolls, die sich
       online gezielt verabreden, um meine Veranstaltungen zu stören.
       
       Woher kommt dieser Hass gegen feministische Bloggerinnen? 
       
       Unsere Gesellschaft ist antifeministisch, heteronormativ und rassistisch
       strukturiert. Wer sich gegen diese Zustände wehrt, wird zur Angriffsfläche.
       Wo viele feministische Ideen schwirren, regt sich leider auch
       anti-feministischer Backlash.
       
       Wie können sich Frauen gegen Sexismus im Netz schützen und wehren? 
       
       Gewalt und Diskriminierung ist nicht mit einem Set an Verhaltensweisen zu
       verhindern, deshalb wären konkrete Tipps eher irreführend. Wehren kann sich
       jede auf ihre eigene gewählte Weise. Die interessantere Frage ist: Was tun
       weiße Typen, um Menschen, die Scheiße erleben, zu unterstützen?
       
       INTERVIEW: LEANDRA HANKE
       
       Diskussion „Kein Sexismus im Netz“, mit M. Albrecht, Anne Wizorek, Janina
       Bartmann, Brigitte Boomgaarden, 19.30 Uhr, Haus der Wissenschaft, Sandstr.
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       3 Mar 2016
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://maedchenmannschaft.net
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Leandra Hanke
       
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