# taz.de -- Flüchtlingsdrehkreuz lässt auf sich warten
       
       > VERZÖGERUNG II Die Erstaufnahmeeinrichtung in Rahlstedt wird ein halbes
       > Jahr später fertig als geplant
       
       Der Zeitplan ist total aus den Fugen: Die Rahlstedter Erstaufnahmestelle
       für Flüchtlinge, die Ende Februar ihren Betrieb aufnehmen sollte, wird
       frühestens im Sommer an den Start gehen. Das geht aus der Senatsantwort auf
       eine Kleine Anfrage der FDP hervor und wurde der taz von der Sprecherin des
       Zentralen Koordinierungsstabs Flüchtlinge, Christiane Kurth, bestätigt.
       
       Drei ausgediente Gewerbehallen am Bargkoppelweg im Rahlstedter Ortsteil
       Meiendorf werden derzeit für 41,5 Millionen Euro zur Erstaufnahme umgebaut.
       Sie sollen die aus allen Nähten platzende Zentrale Erstaufnahme (ZEA) in
       der Harburger Poststraße auf Dauer ersetzen.
       
       Statikprobleme sind laut Senatsantwort für die Verzögerung zuständig.
       Zudem, bestätigt Kurth, hätten Abstimmungsprobleme zwischen den
       verschiedenen Handwerkern den Umbau ebenso verzögert wie überlange
       Mietverhandlungen. „Ende August“, so die Sprecherin, solle nun alles fertig
       sein – ein halbes Jahr später als zuletzt angekündigt. Die Harburger ZEA
       soll mindestens so lange in Betrieb bleiben.
       
       Dabei hat sich der avisierte Fertigstellungstermin schon einmal verschoben:
       Von vergangenem Dezember zum laufenden Februar. „Mangelnde Organisation“,
       wirft nun die FDP-Abgeordnete Jennyfer Dutschke, deren Anfrage die
       Verzögerung ans Licht brachte, dem Senat vor, die CDU spricht von
       „Unfähigkeit“ der zuständigen Behörden.
       
       Die Einrichtung im Bargkoppelweg soll das Einreisezentrum für Flüchtlinge
       werden, die nach Hamburg kommen. Sie sollen maximal fünf bis sieben Tage in
       Rahlstedt bleiben. In dieser Zeit sollen die Registrierung und die
       Erstuntersuchung stattfinden und dann sollen die Menschen nach dem
       „Königsteiner Schlüssel“ auf die Bundesländer verteilt werden.
       
       Alle für die Flüchtlinge zuständigen Behörden wie etwa das Bundesamt für
       Migration sollen in Rahlstedt-Meiendorf vertreten sein. „Dadurch wird die
       Aufnahme effizienter, und umso wichtiger ist, dass die Einrichtung endlich
       fertig wird“, betont Dutschke.
       
       Melina Seiler undMarco Carini
       
       4 Feb 2016
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Melina Seiler
 (DIR) Marco Carini
       
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