# taz.de -- Kommentar zur SpaceX-Landung: Toys for Boys im Weltraum
       
       > Die Zukunft hat begonnen und Milliardär Elon Musk freut sich: Erstmals
       > landet eine Rakete nach erfolgreicher Mission unversehrt wieder auf der
       > Erde.
       
 (IMG) Bild: Die Langzeitbelichtung zeigt Start und Landung der Falkon-9 auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral
       
       Die Erde geht den Bach runter: „Islamischer Staat“, Klimawandel, AfD. Aber
       nun ist es endlich so weit, die leuchtende Zukunft hat begonnen: Am Montag
       ist auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida nach gelungener
       Mission die erste Stufe einer [1][Trägerrakete unversehrt gelandet]. Die
       Falcon-9 der Firma SpaceX setzte elf Satelliten im Orbit aus, drehte sich
       um 180 Grad und flog wieder zurück. Bislang glückten solche Landungen nur
       nach Testflügen.
       
       Das Tolle daran ist, durch die Wiederverwendbarkeit der Raketenstufen wird
       der Aufbruch ins All endlich bezahlbar. Stanley Kubrick hat es schon 1968
       gewusst. In „2001: Odyssee im Weltraum“ werden detailliert kommerzielle
       Weltraumflüge beschrieben. Das von PanAm geplante Tourismusprogramm im All
       musste leider ausfallen, die Firma existiert nicht mehr.
       
       Seitdem die Nasa die Space Shuttles eingemottet hat, bezahlt die
       US-Weltraumbehörde viel Geld, um die Konkurrenz privater Anbieter auf dem
       Markt zu fördern. Ganz vorne dabei sind die zwei US-Milliardäre Elon Musk
       (Tesla) mit [2][SpaceX] und Jeff Bezos (Amazon) mit [3][Blue Origin].
       Richard Branson, ein weiterer Milliardär, war mit [4][Virgin Galactic]
       einer der Pioniere auf dem Gebiet privatwirtschaftlicher Raumflüge, ist
       aber nun etwas ins Hintertreffen geraten. Die sieben bisherigen Raumflüge
       von Touristen wurden hingegen alle von [5][Space Adventures] organisiert
       und mit russischer Technik durchgeführt. Die war vorher schon günstig und
       robust.
       
       Falcon-9, eine mächtige und 80 Meter lange Trägerrakete: Toys for Boys. Für
       Menschen wie Musk und Bezos klingt Downsizing wie eine Krankheit. Ihnen
       geht es um die milliardenschweren Zukunftsmärkte Satelliten- und
       Personentransport in Orbit und All. Musks ultimatives Ziel: „Eine Stadt auf
       dem Mars aufbauen. Das ist es, worum es geht.“
       
       Die Zukunft hat begonnen – aber bisher nur für Eliten. Und wieder mal weiß
       keiner, wo die Reise hingeht.
       
       22 Dec 2015
       
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 (DIR) [1] https://www.youtube.com/watch?v=1B6oiLNyKKI
 (DIR) [2] http://www.spacex.com/
 (DIR) [3] https://www.blueorigin.com/
 (DIR) [4] http://www.virgingalactic.com/
 (DIR) [5] http://www.spaceadventures.com/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Patrick Loewenstein
       
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