# taz.de -- Kommentar von Marco Carini zur Olympia-Finanzierung: Bürgermeister in der Zwickmühle
       
       > Olaf Scholz hat sich festgelegt, wieviel Olympia kosten darf. Das ist
       > transparent und riskant zugleich.
       
 (IMG) Bild: Teures Vergnügen: Olympia in Hamburg
       
       Olaf Scholz hat bei der Präsentation der Olympiakosten einen starken
       Auftritt hingelegt. Hamburgs Bürgermeister hat angekündigt, Hamburg werde
       seine Bewerbung zurückziehen, wenn vor der endgültigen Entscheidung nicht
       verbindlich geklärt sei, dass Hamburg nur maximal 1,2 Milliarden Euro
       beisteuern werde und keinen Cent mehr. Dazu aber müsse der Bund bereit
       sein, sechs Milliarden Euro beizusteuern und – wichtiger noch – weiteres
       Geld in die Spiele zu pumpen, falls die geschätzte Gesamtsumme von 11,2
       Milliarden nicht ausreiche. Zu beidem ist der Bund derzeit aber nicht
       bereit.
       
       Scholz hat zwar noch bis zum kommenden Frühjahr Zeit mit dem Bund zu einer
       Einigung zu kommen, doch damit kann er bis zum Olympia-Referendum Ende
       November den abstimmungsberechtigten HamburgerInnen keine seriöse
       Finanzplanung vorlegen. Bleibt die Finanzobergrenze im Referendum aber
       offen oder wolkig formuliert, werden die Referendums-TeilnehmerInnen
       gezwungen, dem Bürgermeister einen Blanko-Scheck auszustellen.
       
       Lässt Scholz die 1,2 Milliarden-Euro-Grenze in das Referendum verbindlich
       hineinschreiben, haben die HamburgerInnen zwar Finanzklarheit, der
       Bürgermeister hat dann in Berlin aber keinerlei Verhandlungsspielraum mehr.
       
       Denn votieren die HamburgerInnen am 29. November für eine Olympiade, die
       die Stadt höchstens 1,2 Milliarden kostet, gilt ihr Wort. Selbst ein
       Finanzierungsanteil von 1,5 oder 2 Milliarden Euro wäre dann vom Referendum
       nicht gedeckt. Nur wenn Scholz sich zu 100 Prozent in Berlin durchsetzt,
       hat er ein Olympia-Votum der HamburgerInnen in der Tasche – wenn denn das
       Referendum positiv ausgeht. Das aber wären dann keine Verhandlungen,
       sondern ein Diktat an Berlin.
       
       Sein Wort gelte, hat Scholz immer betont. Nun führen seine klaren Worte den
       Bürgermeister in die Zwickmühle. Am Ende des Spiels könnte das Aus aller
       Hamburger Olympiaträume stehen.
       
       11 Oct 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Marco Carini
       
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