# taz.de -- Neuwahl in der Türkei möglich: Regierungsbildung gescheitert
       
       > Die Koalitionsgespräche in der Türkei sind vorbei. Es wird auch keine
       > Minderheitsregierung geben. Nun könnte es auf eine Neuwahl hinauslaufen.
       
 (IMG) Bild: Alle Optionen seien ausgeschöpft, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu
       
       Ankara afp | Die Bemühungen um die Bildung einer Koalition in der Türkei
       sind endgültig gescheitert. Nach Gesprächen mit der rechtsnationalistischen
       Partei MHP verkündete Ministerpräsident Ahmet Davutoglu am Montag in
       Ankara, dass alle Optionen erschöpft seien. Die MHP wolle auch keine
       Minderheitsregierung unterstützen.
       
       Koalitionsgespräche waren vergangene Woche auch mit der gemäßigten CHP
       gescheitert, Davutoglu hatte bereits danach von Neuwahlen gesprochen. Die
       regierende islamisch-konservative AKP hatte bei der Parlamentswahl im Juni
       ihre absolute Mehrheit verloren.
       
       Die Parteien haben bis zum 23. August Zeit, bevor Präsident Recep Tayyip
       Erdogan das Parlament auflösen und Neuwahlen ansetzen würde. Davutoglu
       könnte dann bis zu den Neuwahlen als Übergangsregierungschef fungieren. Bei
       der Wahl am 7. Juni war die CHP auf den zweiten Platz gekommen, gleichauf
       mit 80 Parlamentssitzen landeten die MHP und die Kurdenpartei HDP dahinter.
       
       Im Juli startete die türkische Regierung eine Militäroffensive gegen die
       Rebellen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Der HDP-Führung wirft sie
       vor, sich nicht von der verbotenen PKK zu distanzieren. Die HDP wiederum
       hält der Regierung vor, durch ihr Vorgehen die HDP bei Neuwahlen aus dem
       Parlament drängen zu wollen, um die verlorene absolute Mehrheit
       zurückzuerlangen.
       
       18 Aug 2015
       
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