# taz.de -- "Eine Schutzblase"
       
       > FOTOGRAFIE Cathrin Höhn porträtiert das Familien-leben homosexueller
       > Paare und ihrer Kinder
       
       taz: Frau Höhn, was ist für Sie Familie? 
       
       Cathrin Höhn: Der Ort, wo man sich auf besondere Art und Weise aufgehoben
       fühlt. Eine Schutzblase. Und ich finde, es gibt auch eine Wahlfamilie, die
       man sich aussucht – soweit einem das möglich ist.
       
       Sie haben Familien mit homosexuellen Hintergründen fotografiert und
       interviewt – haben Sie dabei eigene Bilder von Familie hinterfragt? 
       
       Es gab eigentlich mehr Übereinstimmungen. Gerade die Kinder hatten ein viel
       offeneres Bild von Familie als das der klassischen Kernfamilie. Sie sind
       sehr bewusst mit dem Thema umgegangen, vielleicht auch, weil sie fast
       gezwungen sind, viel darüber zu reden. Die Familien dürfen und müssen sich
       ständig neu definieren. Mich hat das sehr berührt, weil sie in ihrem
       eigenen Kreis eine ganz normale Familie bilden, sich nach Außen hin aber
       ständig rechtfertigen müssen.
       
       Wie erklären Sie sich, dass Politik und Gesellschaft teilweise noch am
       klassischen Familienmodell festhalten? 
       
       Ich bin noch nicht ganz dahinter gekommen, habe aber den Eindruck, es geht
       um Angst vor Unbekanntem: Viele haben gar keine Berührungspunkte mit
       sogenannten Regenbogenfamilien. Vielleicht denken diese Menschen, die
       Schwulen- und Lesbenszene sei nur bunt und schrill und können sich gar
       nicht vorstellen, dass Homosexuelle auch bodenständig und gesetzt sein
       können.
       
       Wie wirkten sich diese Eindrücke auf Ihre Arbeit aus? 
       
       Ich habe die Familien so fotografiert, wie ich jede Familie zeigen würde
       und dafür Familiensymbole, die jeder kennt, als Fotomotive ausgesucht, zum
       Beispiel Kinder-Bilder. Das Zusammenleben der Familien habe ich in Momenten
       fotografiert, in denen sie sich wohlfühlten.
       
       Wie sind die Interviews, die Sie mit Eltern und Kindern geführt haben, in
       die Ausstellung integriert? 
       
       Auszüge kann man über Kopfhörer anhören, schriftlich liegen sie komplett
       vor.
       
       Interview: Nele Wagner
       
       Bis Sonntag. Kammer 36, Dobben 36, 16 bis 19 Uhr
       
       27 Jun 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Nele Wagner
       
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