# taz.de -- Sexismus zu Gottschalks Geburtstag: Pubertät noch immer nicht beendet
       
       > 65 Jahre alt wird Thomas Gottschalk. Auf der Party sollte es richtig
       > knallen. Mit, wie könnte es anders sein, halbnackten Frauen.
       
 (IMG) Bild: Der Jubilar.
       
       BERLIN taz | Alles ist angerichtet im Admiralspalast in Berlin. Der
       „TV-Titan“ ([1][Gottschalk über Gottschalk]) und ehemalige „Wetten,
       dass..?“- Moderator Thomas Gottschalk feiert am Montagabend seinen 65.
       Geburtstag. RTL veranstaltet dazu eigens eine Live-Show mit zahlreichen
       geladenen Gästen und allerlei Brimborium.
       
       Wie vor der Veranstaltung bekannt wurde, war in der Live-Show offenbar eine
       Wette zwischen ihm und Hugo Egon Balder geplant, bei der Gottschalk anhand
       von Fotos Filmszenen erraten sollte. Die Fotos sollten mit Patches auf die
       Brüste von Frauen geklebt werden, die dann durch Balder und das
       Zerschneiden der BHs entblösst würden.
       
       Eine Mail, die vom Missy Magazine [2][auf Twitter veröffentlicht wurde] und
       in der Personal für die Wette gesucht wird, machte im Verlauf des Tages
       bereits die Runde. Absender ist eine lokale Agentur für Hostessen und
       Promotionpersonal, die auf drei Uhr zum Casting in den Admiralspalast
       eingeladen hatte („wenn ihr nicht genommen werdet, erhaltet ihr 40 Euro
       Aufwandspauschale“).
       
       Weiter heißt es im Aufruf: „Aufgabe ist es, etwa 20 Minuten lang auf der
       Bühne zu stehen und hübsch auszusehen.“ Dafür sollte es gemäß der Mail 220
       Euro Pauschalvergütung geben, wobei noch ein weiterer Aufruf kursiert, bei
       dem für denselben Auftrag noch 350 Euro versprochen wurden.
       
       Zum angegebenen Zeitpunkt stand vor dem Admiralspalast niemand. Nur am
       Hintereingang tummelten sich ein paar AutogrammjägerInnen und Otto Waalkes.
       
       Auf Anfrage der taz bestätigte eine Mitarbeiterin der Agentur die Echtheit
       der Meldung. Sie teilte weiter mit, dass die Anfrage des Kunden zu
       kurzfristig war und sich deswegen zu wenige Frauen fanden. Es sei zudem
       wohl auch das letzte Mal, dass man einen derartigen Auftrag angenommen
       habe.
       
       Der Fall offenbart ein weiteres Mal nicht nur die prekären
       Arbeitsbedingungen, gerade im Promotiongeschäft, sondern auch den
       allgegenwärtigen offenen und alltäglichen Sexismus im Umfeld des
       Medienbetriebs. Ein idealer Nährboden für steile Showbusiness-Karrieren von
       alten Männern. The show must go on!
       
       18 May 2015
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://www.stern.de/kultur/tv/thomas-gottschalk-zieht-im-interview-mit-dem-stern-bilanz-2188870.html
 (DIR) [2] http://twitter.com/Missy_Magazine/status/600270207861563392
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Matthias Fässler
       
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