# taz.de -- EEG: Meeres-Windkraft statt Solarstrom
       
       > Umweltminister Gabriel (SPD) legt Novelle der Förderung von
       > Ökostromanlagen vor: Offshore-Windkraft soll stärker gefördert werden,
       > Solaranlagen weniger.
       
 (IMG) Bild: Mehr Windkraft aufs Meer, so das Ziel des Ministers
       
       Auf dem Markt für Ökostrom soll schon bald ein anderer Wind wehen: Die
       Betreiber von Windkraftanlagen auf dem Meer dürfen sich auf eine höhere
       Förderung freuen, die von Sonnenstromanlagen müssen sich auf eine stärkere
       Verringerung der Förderungen einstellen als bislang geplant. Das kündigte
       Bundesumweltminister Sigmar Gabriel am Donnerstag in Berlin bei der
       Vorstellung der Bilanz des Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) an. "Das EEG
       ist eine Erfolgsstory aus Deutschland, auf die wir stolz sein können."
       
       Die anstehende EEG-Novellierung soll nun im Herbst im Rahmen des geplanten
       Klimaschutzpakets ausgehandelt werden, zum 1. Januar 2009 soll sie in Kraft
       treten. Größeres Konfliktpotenzial in der schwarz-roten Bundesregierung
       sieht Gabriel bei der EEG-Novellierung nicht. "Da sind höchstens Details
       strittig", so Gabriel. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe die
       Klimaschutzziele auf dem Energiegipfel bekräftigt. Diese seien nur durch
       den Ausbau der erneuerbaren Energien zu erreichen. Diese sollten 2020 einen
       Anteil von 27 Prozent an der Stromerzeugung haben, 7 Prozent mehr als von
       der Vorgängerregierung ins Auge gefasst.
       
       Wichtigste Neuerung im Bereich der Windenergie ist die geplante Erhöhung
       der Vergütung für Windstrom, der auf See erzeugt wird. Der
       Anfangsvergütungssatz soll sich künftig zwischen 11 und 14 Cent je
       Kilowattstunde bewegen - und damit dem Niveau europäische Nachbarstaaten
       entsprechen. Damit will die Regierung den Bau von Windkraftanlagen auf
       offenem Meer wirtschaftlich machen. Auch Windmühlen auf dem Land werden
       stärker gefördert als bislang vorgesehen. Damit soll auf die gestiegenen
       Rohstoffpreise für Stahl reagiert werden. Besonders fördern möchte Gabriel
       auch das Ersetzen alter, wohnortnaher Windkraftanlagen durch neue und
       effizientere.
       
       Auch die Solarwirtschaft muss sich künftig umstellen. Unerwartet hohe
       Produktivitätsfortschritte haben in der Branche zu explodierenden Gewinnen
       geführt, da das EEG bestimmte Strompreise garantiert. Die Förderung von
       neuen Photovoltaikanlagen soll nun jährlich stärker gesenkt werden, als
       dies bislang vorgesehen war. So soll die Branche dazu gebracht werden,
       schneller weitere Fortschritte in der Produktivität zu erzielen. Ziel ist,
       in sonnenverwöhnten Gebieten - etwa in Südeuropa - bereits vor 2015
       wettbewerbsfähigen Solarstrom zu erzeugen, sodass deutsche Unternehmen neue
       Exportchancen erhalten. Stärker als bislang sollen Wasserkraftwerke,
       Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung und Anlagen für Biomasse-Strom finanziell
       unterstützt werden.
       
       Problematisch sieht Gabriel die EEG-geförderte Nutzung von Palmöl, für
       dessen Erzeugung in tropischen Ländern oft Regenwald abgeholzt wird. Dies
       dürfe nicht gefördert werden, so Gabriel. Deshalb müsse man ein wirksames
       Zertifizierungssystem für Palmöl entwickeln.
       
       Das EEG legt Abnahmegarantien für regenerativen Strom fest, deren Kosten
       auf die Verbraucher umgelegt werden. Dies koste etwa 1 Euro pro Einwohner
       und Monat, sagte der Umweltminister. Angesichts der Milliardensubventionen
       für die Atomkraft sei dies eine "verdammt preiswerte Veranstaltung". Zudem
       habe das hohe Angebot von EEG-Strom im Markt preissenkend gewirkt, wovon
       die Verbraucher profitierten.
       
       6 Jul 2007
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Richard Rother
       
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