# taz.de -- Kommentar: Ab jetzt unter der Brücke
> Ein weiteres Kapitel im großen Drama der Pop-Kultur: Kate Moss hat Pete
> Doherty vor die Tür gesetzt.
Eigentümlich, wie sehr das Gefängnis ins Zentrum des popkulturellen
Geschehens gerückt ist. In den beiden großen Pop-Dramen der Gegenwart, der
Paris-Hilton-Saga wie dem Pete-Doherty-Drama steht ausgerechnet der Knast
für das letzte Refugium der Vernunft, für den kurzen Moment, wo der
Wahnsinn für ein paar Tage abgeschaltet wird. Paris Hilton hat es gerade
hinter sich gebracht, Pete Doherty steht es irgendwann für diesen Sommer
bevor, selbst wenn er sich in den kommenden vier Wochen für fünf Tage in
eine Entzugsklinik begibt, wie es ihm am Mittwoch von einer Londoner
Richterin aufgegeben wurde.
Irgendwann wird es so weit sein, irgendwann kann auch der teuerste Anwalt
keine neue Frist mehr rausholen. Als sei das Gefängnis der einzige Ort, der
noch ein glaubwürdiges Außen darstellen könnte, den Ernstfall, der das
hochtourig durchdrehende Leben von Paris Hilton oder Pete Doherty
eingrenzen könnte.
Die Vorhölle zum Verschwinden hinter Schloss und Riegel kann man im Daily
Mirror vom Donnerstag betrachten: Kate Moss hat Pete Doherty nämlich aus
ihrem Haus geworfen. Prominenter Bildbeweis: auch ein Schloss, neu und
silbern in einer gusseisernen Türe. Nach komplizierten Streiterein, so der
Daily Mirror, habe Kate nicht nur dieses Schloss einbauen lassen und
Wachschützer besorgt, die ihr Haus nun bewachen, sondern auch die
Möbelpacker gerufen, um Dohertys Sachen aus ihrem Haus zu entfernen. Ein
Klavier, mehrere Gitarren, Zeichnungen, und eine Sammlung Koffer. Dohery
ist vorübergehend in einen Trailerpark unter einer Londoner Brücke gezogen.
6 Jul 2007
## AUTOREN
(DIR) Tobias Rapp
## TAGS
(DIR) Pete Doherty
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