# taz.de -- Bayern gegen HSV: Kein Sieger an der Spitze
       
       > Bayern München ist im eigenen Stadion keine Macht mehr - trotzdem ist er
       > im Spitzenspiel gegen den HSV der 21. Meisterschaft wieder ein Stück
       > näher gekommen.
       
 (IMG) Bild: Zwei Rückkehrer: Ribery fügte sich besser ins Spiel als Van der Vaart, der erst ab der 78. Minute mitspielen durfte.
       
       MÜNCHEN taz So richtig jubeln mochte im Moment des Schlusspfiffs keiner der
       Spieler. Doch der Applaus der Gästefans für ihre Mannschaft fiel deutlich
       lauter aus als der auf der anderen Seite. Sie waren mit dem Ergebnis
       schlicht zufriedener als die der Heimmannschaft. Der FC Bayern München
       trennte sich am Sonntagabend in der heimischen Arena vom Hamburger SV
       leistungsgerecht 1 : 1 (0 : 0). Die Bayern verpassten damit einmal mehr,
       sich mit einem Sieg gegen einen Verfolger deutlich von der Konkurrenz
       abzusetzen. Schon vor zwei Wochen hatten die Münchner gegen Bremen keinen
       Sieg zustande gebracht. Diesmal aber bauten sie ihren Vorsprung auf die
       zweitplatzierten Bremer immerhin um einen Punkt auf vier Zähler aus. Der
       HSV ist nun punktgleich mit Leverkusen Vierter.
       
       Zwei Fragen hatten die Debatten vor der Partie bestimmt. Kehrt Franck
       Ribéry in die Bayern-Mannschaft zurück? Und spielt Rafael van der Vaart von
       Beginn an? Die Antworten lauteten: Nein und nein. Beide Trainer hielten
       ihre jeweils herausragenden Spieler offenkundig für noch nicht gesund
       genug. Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld vertraute die Ribéry-Vertretung Bastian
       Schweinsteiger und nicht dem anderen Kandidaten Toni Kroos an. Sein
       Amtskollege Huub Stevens schickte Paolo Guerrero von Beginn ans aufs Feld.
       
       Die Partie begann ausgeglichen. Der HSV versteckte sich nicht wie viele
       andere Gastmannschaften rund um den eigenen Strafraum in der Hoffnung,
       irgendwie über die Runden zu kommen. Die Hamburger haben den Anspruch, eine
       Spitzenmannschaft der Liga zu sein. Dementsprechend beteiligten sie sich
       aktiv an der Aufgabe, einen unterhaltsamen Fußballabend zu gestalten. Es
       kam wenig dabei heraus. Die ersten großen Chancen hatten die Bayern,
       zunächst mit einem flachen Schuss aus 20 Metern von Zé Roberto (11.), dann
       mit einem Kopfball von Luca Toni (18.). Beide Male ging der Ball links am
       Tor vorbei.
       
       Am vergangenen Wochenende hatten sowohl Schweinsteiger als auch Guerrero
       ihre Rolle als Lückenbüßer aufs Trefflichste ausgefüllt. Diesmal aber
       schafften sie es nicht, vergessen zu machen, an wessen Stelle sie auf dem
       Platz standen. In der 37. Minute eroberte Guerrero sich mit einer
       geschickten Körpertäuschung in der eigenen Hälfte den Ball und leitete
       einen gefährlichen Konter in Drei-gegen-zwei-Überzahl ein. Doch sein Pass
       auf den rechts mitgelaufenen Vincent Kompany war zu unpräzise. Die Chance
       verpuffte. Zur Strafe musste Guerrero sich unfreundliche Worte von Ivica
       Olic anhören, der sich links in Position gelaufen hatte. Die letzte Chance
       der ersten Hälfte hatte Bayerns Mark van Bommel. Doch dessen Flachschuss
       von halb rechts sauste zwischen Mit- und Gegenspielern hindurch - aber auch
       knapp am langen Pfosten vorbei.
       
       Nach Wiederanpfiff begannen sowohl Ribéry als auch van der Vaart, sich
       aufzuwärmen. Während sie ihre Beine dehnten und die Hüften kreisen ließen,
       gewann die Partie an Intensität. Nach einem Zweikampf im Strafraum forderte
       Bayerns Christian Lell vehement Strafstoß - vergeblich. Das wiederum
       brachte van Bommel so auf, dass er dem Linienrichter die Meinung geigte.
       Dessen Vorgesetzter Lutz Wagner ließ seine Verwarnungskarte stecken. In
       dieser Phase ergaben sich für beide Mannschaften einige gefährliche Szenen.
       Doch es brauchte einen schlimmen Fehler Lucios, um das erste Tor
       einzuleiten. Bayerns brasilianischer Innenverteidiger vertändelte vor dem
       eigenen Strafraum den Ball gegen David Jarolim. Damit war die Abwehr der
       Münchner offen wie ein fachmännisch aufgebrochenes Stück Jagdwild. Jarolim
       legte den Ball nach innen zu Olic. Der behielt die Nerven und überwand
       Oliver Kahn, 0 : 1 (61.). Mit dem Anstoß für den FC Bayern war der Dienst
       für Schweinsteiger beendet. Er musste für Ribéry Platz machen.
       
       Der fügte sich ein, als habe er nie gefehlt. Nach einem Einwurf der Bayern
       hatte die Abwehr des HSV den Überblick verloren. Der Ball landete bei
       Ribéry, der legte ihn sofort zurück auf Zé Roberto. Für den war es ein
       leichtes, den Ausgleich zu erzielen (66.). Rafael van der Vaart musste
       weiter zuschauen - bis zur 78. Minute. Der Niederländer kam für Olic ins
       Spiel. Doch er setzte keine Akzente mehr. Weil auch Luca Toni noch eine
       große Chance vergab, blieb es trotz einer hektischen Schlussphase, in der
       Mark van Bommel binnen zwei Sekunden zweimal verwarnt wurde und somit vom
       Platz musste, weil er dem Referee ironisch applaudiert hatte, beim Remis.
       
       24 Feb 2008
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sebastian Krass
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Wolfsburg gegen Hertha: Rückkehr ins Mittelfeld der Liga
       
       Der VfL Wolfsburg ist nach dem 0:0 gegen Hertha immer noch eine
       Erfolgsmannschaft - und sollte in seiner aktuellen Form wieder das
       Mittelfeld der Liga erreichen können.
       
 (DIR) Bielefeld gegen Duisburg: Zum Abstieg verdammt
       
       Arminia Bielefeld unter Trainer Frontzeck wirkt wie ein Anwärter auf den
       Abstieg. Das Team verliert 0:2 gegen Duisburg.