# taz.de -- Der Kampf um Kartoffelsorte Linda: Sortenamt macht Ausnahme
       
       > 100 Kilogramm der nicht mehr registrierten Kartoffelsorte Linda dürfen
       > dieses Jahr auf dem Acker ausgebracht werden. Ob Linda auch nächstes Jahr
       > angebaut werden darf, ist noch nicht entschieden.
       
 (IMG) Bild: Biobauer Karsten Ellenberg baut ungewöhnliche Erdäpfel an. Über 1.000 verschiedene Sorten sind bei ihm zu haben. Jetzt will er Linda retten.
       
       BARUM/LÜNEBURG dpa Neue Hoffnung für die Liebhaber der Kartoffel Linda: 100
       Kilogramm der gefährdeten Sorte dürfen in diesem Jahr gepflanzt werden. Das
       Bundessortenamt in Hannover habe die Aussaat als "Inverkehrbringen zu
       Forschungszwecken" ausnahmsweise genehmigt, teilte der Freundeskreis Linda
       in Barum, Kreis Uelzen, mit. Jeder Betrieb, der sich für den Erhalt der
       Sorte einsetzt, habe symbolisch ein Kilogramm Pflanzkartoffeln bekommen.
       
       Der Lüneburger Linda-Entwickler Europlant hatte die Sorte 2005 von der
       Saatgutliste streichen lassen, weil er sie für krankheitsanfällig hält. Der
       Freundeskreis hat eine Neuzulassung beantragt, über die noch nicht
       entschieden ist. Die Linda-Unterstützer vertreten den Standpunkt, dass der
       Verbraucher entscheiden soll, welche Kartoffel er essen möchte.
       Verbraucherschützer und Landwirte hatten Europlant vorgeworfen, statt der
       Linda neue Sorten mit Lizenzgewinnen verkaufen zu wollen.
       
       Nach Angaben des Freundeskreises darf das über die Ausnahmegenehmigung in
       Verkehr gebrachte Pflanzgut normal angebaut und auch vermehrt werden. Aus
       einem Kilogramm Kartoffeln könnten nach dreijähriger Vermehrung mehr als
       drei Tonnen geerntet werden, so die Rechnung des Freundeskreises. Wenn
       diese dann noch ein Jahr zum Anbau genutzt werden, könnten sogar mehr als
       50 Tonnen Speisekartoffeln geerntet werden.
       
       Eine Entscheidung des Bundessortenamtes über die Zukunft der Linda wird
       noch 2008 erwartet. Bei einem positiven Bescheid dürfte Linda als
       sogenannte freie Sorte von jedem interessierten Betrieb lizenzfrei vermehrt
       und vertrieben werden.
       
       Für den Fall, dass die Wiederzulassung scheitet, hat der Freundeskreis
       sicherheitshalber auch in Großbritannien eine Zulassung beantragt - denn in
       einem Land der Europäischen Union gezüchtetes und zugelassenes Saatgut darf
       auch in den übrigen EU-Ländern verkauft und angebaut werden.
       
       25 Apr 2008
       
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 (DIR) taz-Serie "Acht für 2008" - Der Biobauer: "Keine kommt an Linda ran"
       
       Karsten Ellenberg ist Biobauer. Er kämpft für seine Lieblingskartoffel. Und
       schaut ihr gerne beim Wachsen zu.