# taz.de -- Schweizer schlagen Portugal: Zum Abschied ein schöner Sieg
       
       > Zum Abschied von Nati-Trainer Kobi Kuhn gewinnen die Schweizer doch noch
       > ein EM-Spiel - ausgerechnet gegen Portugal.
       
 (IMG) Bild: Hakan Yakin macht beide Schweizer Treffer gegen Portugal.
       
       BASEL dpa Mit einer "1A-Leistung" gegen ein portugiesisches "B- Team" haben
       die Schweizer den ersten Sieg bei einem EM-Turnier eingefahren und ihrem
       Trainer Jakob Kuhn einen würdigen Abschied beschert. In der bedeutungslosen
       Partie zum Abschluss der Vorrunde schlugen die EURO-Co-Gastgeber am Sonntag
       in Basel die als Sieger der Gruppe A feststehenden Portugiesen mit 2:0
       (0:0) und verschafften sich einen versöhnlichen Abgang aus dem Turnier.
       
       Entscheidener Mann war Hakan Yakin. Mit seinen EM-Toren zwei und drei
       sorgte er beinahe im Alleingang für den am Ende verdienten Erfolg. Erst
       traf Yakin in der 71. Minute nach schöner Kombination mit Patrick Müller
       und Eren Derdiyok. 12 Minuten später verwandelte er einen umstrittenen
       Foulelfmeter, den der Stuttgarter Fernando Meira an den Leverkusener
       Tranquillo Barnetta verschuldet haben soll.
       
       Doch nicht Yakin, sondern Trainer Kuhn war im ausverkauften St. Jakob-Park
       der gefeierte Held. Mit seinem 73. Spiel und sieben Jahren als
       Nationaltrainer übergibt der 64-Jährieg das Team an Bundesliga-Erfolgscoach
       Ottmar Hitzfeld. Das Viertelfinale, indem Portugal am Donnerstag
       möglicherweise auf Deutschland trifft, hatten die Schweizer nach den
       Niederlagen gegen Tschechien (0:1) und die Türkei (1:2) bereits vorzeitig
       verpasst.
       
       Portugals Trainer Felipe Scolari hatte sein Team gegenüber den brillanten
       Spielen gegen die Türkei (2:0) und Tschechien (3:1) auf acht Positionen
       umgestellt. Der künftige Coach des Ballack-Clubs FC Chelsea schonte unter
       anderem Superstar Cristiano Ronaldo und Spielmacher Deco für das
       Viertelfinal-Spiel am Donnerstag gegen den Tabellenzweiten der deutschen
       Gruppe B. Lediglich Torwart Ricardo sowie die Verteidiger Pepe und Paulo
       Ferreira standen bereits in den vorherigen Partien auf dem Platz.
       
       Zunächst schien es aber so, dass die zweite Garnitur des EM- Favoriten
       reichen würde, die Eidgenossen im Griff zu haben. Obwohl es für die
       Schweizer um nicht mehr als einen guten Abschied ging, kämpften sie zu
       Beginn mehr mit ihrer Nervosität als gegen den Gegner. Die Gastgeber hatten
       Glück, als Torwart Patrick Zuberbühler in seinem letzten Länderspiel nach
       einem durch Pepe abgefälschten Freistoß von Nani den Ball gerade noch an
       die Latte lenkte (18.). Bei einem Kopfball von Bruno Alves war Zuberbühler
       erneut auf dem Posten (20.). Erst danach fanden die Schweizer ins Spiel.
       
       Beide Mannschaften setzten voll auf die Offensive. Allein die
       Chancenauswertung waren die Schwachpunkte bei beiden Teams. Gökhan Inler
       (23.) prüfte mit einem Fernschuss Portugals nicht immer sichere Nummer eins
       Ricardo. Doch schon im Gegenzug musste Philippe Senderos vor dem Potugiesen
       Helder Postiga in letzter Sekunde retten. Hakan Yakin (32.) zwang mit einem
       Kopfball Ricardo wenig später zu einer Großtat.
       
       Auch nach dem Wechsel ging das muntere Angriffsspiel hüben wie drüben
       weiter. Dabei hatte der quirlige Nani (53.) die bis dahin beste Möglichkeit
       des ganzen Spiel. Der 21-Jährige von Manchester United lief allein auf
       Zuberbühler zu, traf aber nur den Pfosten. Auf der anderen Seite hatte
       Inler Pech mit einem Schuss aus 25 Metern, der noch das Torgehäuse
       touchierte. Danach begann die Show von Yakin, der alle Schweizer Tore bei
       der EM erzielte.
       
       15 Jun 2008
       
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